Foto: Heiko van der Velden
390 Spiele, 156 Tore und 119 Vorlagen: Kevin „Boba“ Kleier hat beim TSV Kaldenkirchen längst Vereinsgeschichte geschrieben. Auch mit 41 Jahren ist der Mittelfeldspieler eine wichtige Stütze der ersten Mannschaft. Sportlicher Leiter Michael Bieck und Trainer Andreas Schwan schätzen vor allem seine Treue, seinen Einsatz und seine Rolle als Führungsspieler.
Im Amateurfußball gibt es Spieler, die einen Verein über viele Jahre hinweg prägen. Kevin „Boba“ Kleier gehört beim TSV Kaldenkirchen zweifellos dazu. Seit seiner Jugend trägt der Mittelfeldspieler das Trikot des Vereins. Während andere im Laufe ihrer Karriere den Klub wechselten, blieb Kleier seinem TSV treu. Seine Bilanz ist beeindruckend: 389 Einsätze, 156 Tore und 118 Vorlagen.
Für den sportlichen Leiter Michael Bieck ist Kleier deshalb weit mehr als ein langjähriger Spieler. „Wenn man über Spieler spricht, die einen Verein über viele Jahre geprägt haben, dann darf ein Name beim TSV Kaldenkirchen nicht fehlen: Kevin ‚Boba‘ Kleier“, betont Bieck. Seine Zahlen seien beeindruckend, doch die Bedeutung des 41-Jährigen lasse sich nicht allein daran festmachen. Vor allem seine Leidenschaft und die Verbundenheit mit dem Verein machten ihn zu einer besonderen Persönlichkeit.
Vom Mitspieler zum Führungsspieler
Auch Trainer Andreas Schwan kennt Kleier schon seit vielen Jahren. Ihre gemeinsame Geschichte reicht bis in die Jugend zurück. Damals sammelten Schwan, Co-Trainer Mark Franz und Kleier erste Erfahrungen als Jugendtrainer und betreuten gemeinsam eine Nachwuchsmannschaft. Gleichzeitig spielten sie selbst in derselben Mannschaft. Später verloren sie sich zeitweise aus den Augen, ehe sie über den TSV wieder zusammenfanden.
Vor Beginn der aktuellen Saison war zunächst nicht sicher, ob Kleier noch ein weiteres Jahr dranhängen würde. Als feststand, dass Schwan und Franz die Verantwortung bei der Mannschaft übernehmen würden, suchten sie früh das Gespräch mit dem erfahrenen Mittelfeldspieler. „Wir brauchen Führungsspieler, die vorweggehen, die eine junge Mannschaft führen“, erklärt Schwan.
Dass Kleier diese Aufgabe übernehmen würde, war für den Trainer ein wichtiger Punkt. Der 41-Jährige sei als Kapitän angekommen und ein bedeutender Teil des Mannschaftsrates. „Er ist für uns ein sehr wichtiger Teil des Spielerrates, dessen Wort uns wichtig ist“, sagt Schwan. Dabei gehe es nicht nur um seine sportlichen Fähigkeiten, sondern auch darum, dass Kleier den eingeschlagenen Weg des Trainerteams mittrage und innerhalb der Mannschaft vorlebe.
Mit 41 Jahren noch immer ein Vorbild
Besonders beeindruckt die Verantwortlichen, wie viel Einsatz Kleier weiterhin auf den Platz bringt. Auch mit 41 Jahren gehört der Mittelfeldspieler nach Einschätzung des Vereins zu den laufstärksten Akteuren der ersten Mannschaft. Seine Laufbereitschaft, sein Engagement und seine Leidenschaft seien Eigenschaften, an denen sich jüngere Spieler orientieren könnten.
„Über Einsatz, Leidenschaft, Laufbereitschaft und Engagement ist er ein absolutes Vorbild auf dem Platz“, betont Schwan. Kleier gehe voran und nehme jüngere Mitspieler mit. Gerade in einer Mannschaft, die sich weiterentwickeln wolle, seien solche Persönlichkeiten wichtig. Erfahrung allein reiche nicht aus – entscheidend sei, diese auch an die nächste Generation weiterzugeben.
Auch Bieck hebt hervor, dass Kleier den TSV nicht nur auf dem Trikot trage, sondern im Herzen. Für den sportlichen Leiter stehen die 390 Einsätze, 156 Tore und 119 Vorlagen für eine besondere Geschichte über Treue, Leidenschaft, Freundschaft und Verantwortung. Kleier sei Führungsspieler, Kapitän, Vorbild und Teamplayer – und damit eine echte Vereinsikone.
Für den TSV Kaldenkirchen ist Kleier eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Er kennt den Verein seit seiner Jugend, hat zahlreiche Mannschaftskollegen kommen und gehen sehen und steht noch immer selbst auf dem Platz. Seine sportliche Bilanz ist außergewöhnlich. Noch wichtiger ist für die Verantwortlichen allerdings, dass er seine Rolle innerhalb der Mannschaft weiterhin mit Leben füllt.
Und wenn es nach Trainer Andreas Schwan geht, soll das noch eine Weile so bleiben. Denn Spieler wie „Boba“, die Verantwortung übernehmen, sich mit dem Verein identifizieren und ihre Mitspieler mitziehen, sind gerade für eine junge Mannschaft von großem Wert.




