Nach der Zittersaison: Schmalenberg soll Victoria Mennrath neu aufbauen

Foto: Heiko van der Velden

Wenige Tage nach dem dramatischen Klassenerhalt hat der SC Victoria Mennrath die personellen Weichen für die Zukunft gestellt. Neuer Trainer des Landesligisten wird Mike Schmalenberg. Der ehemalige Coach des FC Wegberg-Beeck tritt die Nachfolge von Simon Netten an, der die Mannschaft vor wenigen Wochen in einer schwierigen Situation übernommen und mit drei Siegen aus den letzten drei Saisonspielen zum Ligaverbleib geführt hatte.

Während die Mannschaft am vorletzten Sonntag noch den Klassenerhalt feierte, arbeiteten die Verantwortlichen bereits an der Zukunft. Gemeinsam mit Schmalenberg und Goran Kovacevic wurden früh die ersten Gespräche geführt, um die Planungen für die kommende Saison voranzutreiben. Die Personalentscheidung wurde von den Sportlichen Leitern Sascha Schmidt und Nasser El Aboussi vorbereitet, die den Verein künftig neu ausrichten wollen.

Schmalenberg war bis Ende September 2025 Trainer des FC Wegberg-Beeck in der Mittelrheinliga. Zuvor gehörte er dort auch dem Trainerteam in der Regionalliga an. In Mennrath soll der 40-Jährige nun einen schrittweisen Umbruch einleiten und den Verein langfristig stabilisieren.

Unterstützt wird er von Goran Kovacevic, der als Co-Trainer verpflichtet wurde. Kovacevic arbeitete zuletzt im Jugendbereich des FC Wegberg-Beeck und bringt gleichzeitig eine besondere Verbindung zum SC Victoria mit. Vor rund 20 Jahren lief er selbst für die erste Mannschaft der Mennrather auf und kehrt nun in neuer Funktion zurück.

Zum erweiterten Trainer- und Funktionsteam gehören künftig außerdem Athletiktrainer Swen Kroll-Brentjes sowie Physiotherapeut Martin Pirog, die beide ebenfalls aus dem Umfeld des FC Wegberg-Beeck kommen. Als Fitnesstrainer bleibt Reinhard Sindermann dem Verein erhalten.

Nach einer Saison, die erst in letzter Minute mit dem Klassenerhalt endete, sehen die Verantwortlichen die Zeit für einen Neuanfang gekommen. „Wir brauchen jetzt einen kompletten neuen Anfang, neuen Unterbau. Wir müssen das, was wir damals mit Simon aufgebaut haben, im Endeffekt jetzt über ein, zwei Jahre wieder neu aufbauen“, sagt Schmidt.

Der Sportliche Leiter macht dabei keinen Hehl daraus, dass die Mannschaft vor einem Generationenwechsel steht. Mehrere erfahrene Spieler hätten bereits signalisiert, dass künftig jüngere Akteure stärker eingebunden werden müssten. Der Verein wolle den Kader gezielt verjüngen, ohne dabei auf die notwendige Erfahrung zu verzichten.

Nach mehreren Gesprächen fiel die Entscheidung schließlich auf Schmalenberg. Ausschlaggebend seien neben seiner fachlichen Kompetenz vor allem seine Persönlichkeit und seine Vorstellungen von der sportlichen Entwicklung des Vereins gewesen. Die Verantwortlichen sehen in ihm einen Trainer, der sowohl sportlich als auch menschlich zur familiären Ausrichtung des SC Victoria passt und den eingeschlagenen Weg langfristig mitgestalten kann.

Der neue Coach sieht in Mennrath trotz der schwierigen Vorsaison großes Potenzial. „Man muss jetzt gewisse Strukturen anpacken, um sich in der Landesliga weiterzuentwickeln und zu stabilisieren. Dass man in den nächsten Jahren nicht mehr die Sorge hat, bis zum letzten Spieltag im Abstiegskampf zu stecken, das ist dann zu vermeiden“, sagt Schmalenberg.

Positiv bewertet der 40-Jährige insbesondere das Umfeld des Vereins. Mennrath habe sich über Jahre als einer der wenigen etablierten Landesligisten in Mönchengladbach behauptet und verfüge über eine große Identifikation im Ort. Diese Verbundenheit und Emotionalität seien wichtige Grundlagen, auf denen sich weiter aufbauen lasse.

Ein Schwerpunkt soll dabei auf den Bereichen Athletik und Belastungssteuerung liegen. Die Mannschaft hatte in der vergangenen Spielzeit immer wieder mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Mit Kroll-Brentjes, Pirog und Sindermann soll dieser Bereich künftig deutlich breiter aufgestellt werden. „Das Fitness-Level, das muss man sagen, das ist nicht landesligatauglich“, sagt Schmalenberg. Gemeinsam mit seinem Trainerteam wolle er hier neue Impulse setzen, die körperlichen Voraussetzungen verbessern und eine neue Spielphilosophie entwickeln.

Auch bei der Kaderplanung kündigt sich Bewegung an. Mehrere Spieler werden den Verein verlassen, gleichzeitig soll der Kader mit jüngeren und entwicklungsfähigen Akteuren ergänzt werden. Schmalenberg setzt dabei auf einen behutsamen Umbruch. „Wir suchen nicht die Spieler, die 30 sind. Die Mannschaft hat einen hohen Altersdurchschnitt. Es ist Potenzial vorhanden. Man muss es gesund weiterentwickeln.“

Die Herausforderung sei groß, schließlich stand aufgrund des bis zum letzten Spieltag offenen Abstiegskampfs lange nicht fest, in welcher Liga der Verein künftig spielen würde. Entsprechend spät konnten die Personalplanungen konkretisiert werden. Dennoch zeigen sich die Verantwortlichen optimistisch, in den kommenden Wochen weitere Verstärkungen präsentieren zu können.

Nach dem emotionalen Saisonfinale beginnt für den SC Victoria Mennrath damit unmittelbar die nächste Phase. Mit einem neuen Trainerteam, einer erweiterten sportlichen Struktur und dem geplanten Umbruch im Kader soll der Verein mittelfristig den Schritt aus dem regelmäßigen Abstiegskampf schaffen und sich wieder dauerhaft im gesicherten Mittelfeld der Landesliga etablieren.

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