Archivfoto: Heiko van der Velden
Der SC Victoria Mennrath steckt in der Landesliga 1 weiter in einer schwierigen Phase. Gegen den 1. FC Kleve unterlag die Mannschaft von Trainer Mike Schmalenberg am Freitagabend mit 1:5 (1:3) und kassierte damit die vierte Niederlage in Folge. Mit acht Punkten steht Mennrath nach neun Spieltagen noch auf dem 14. Tabellenplatz und damit über dem Strich. Aufgrund der weiteren Begegnungen kann sich das allerdings bereits am Sonntag ändern.
Dabei begann die Partie aus Sicht der Gastgeber durchaus ordentlich. Bereits in der vierten Minute lag der Ball nach einem Freistoß im Klever Tor, der Treffer wurde jedoch wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt. Kurz darauf zeigte sich Kleve auf der anderen Seite deutlich effizienter. Nach einem Konter über Ole Kook traf Nermin Badnjevic (6.) zur frühen Führung der Gäste.
Mennrath fand schnell zurück ins Spiel. Philipp Preckel eroberte den Ball im Mittelfeld und schickte Isa Özel steil. Der Angreifer blieb vor dem Tor ruhig und erzielte den Ausgleich zum 1:1 (12.). Anschließend entwickelte sich eine offene Begegnung, in der beide Mannschaften immer wieder den Weg nach vorne suchten.
Die Gastgeber hatten sogar die Möglichkeit, die Partie zu drehen. Nach einem Ballgewinn lief Marko Mitrasinovic frei auf Kleves Torhüter zu, konnte die große Chance zum möglichen 2:1 aber nicht nutzen. Für Schmalenberg war diese Szene im Rückblick von besonderer Bedeutung. „Der Knackpunkt war vor dem 2:1, das eigene 2:1 nicht zu machen“, sagte der Trainer.
Stattdessen schlug Kleve kurz vor der Pause zweimal zu. Badnjevic erzielte seinen zweiten Treffer und brachte die Gäste mit dem 2:1 (40.) erneut in Führung. Nur vier Minuten später erhöhte Ole Kook auf 3:1 (44.). Vorausgegangen war ein Ballverlust der Mennrather unmittelbar vor dem eigenen Strafraum. Nach dem ersten Abschluss konnte Mennraths Torhüter noch parieren, gegen den Nachschuss war er jedoch machtlos.
„Das 3:1 spiegelt den Spielverlauf nicht wider“, befand Schmalenberg. Seine Mannschaft habe in der ersten Halbzeit über weite Strecken ein gutes Spiel gezeigt, sich in den entscheidenden Situationen aber nicht konsequent genug verhalten.
Nach der Pause wurde es für Mennrath schnell noch schwieriger. Kleve nutzte den vorhandenen Raum konsequent aus. Nach einer Hereingabe von der rechten Seite hatte Ole Kook im Strafraum viel Zeit und erhöhte auf 4:1 (49.).
Mennrath bemühte sich anschließend um eine Reaktion, fand gegen die nun etwas tiefer stehenden Gäste aber nur selten die nötigen Lösungen. In der 61. Minute fiel schließlich die endgültige Entscheidung. Niklas van Betteray wurde im Mennrather Strafraum zu Fall gebracht, Nermin Badnjevic verwandelte den fälligen Foulelfmeter zum 5:1 (61.) und machte damit seinen dritten Treffer des Abends.
Auch danach steckte Mennrath nicht völlig auf. Alex Alexandrov hatte in der Schlussphase noch die Möglichkeit, das Ergebnis zu verkürzen, doch Kleves Torhüter lenkte den Ball zur Ecke. Auf der anderen Seite ließ der 1. FC Kleve weitere Möglichkeiten auf einen noch höheren Sieg aus.
Schmalenberg ärgerte sich anschließend vor allem über die vielen kleinen Fehler, die seine Mannschaft derzeit immer wieder um den Lohn ihrer Arbeit bringen. „Wir müssen jetzt beschleunigt diese kleinen Details in den Griff bekommen – im Umschaltspiel, beim Wegverteidigen und beim Torschuss“, forderte der Trainer.
Eine kuriose Szene passte dabei ebenfalls ins aktuelle Bild. Nach einem Dreifachwechsel durften zwei Mennrather zunächst nicht auf das Feld, weil ihre Stutzen nicht entsprechend vorbereitet waren. Die Gastgeber mussten dadurch kurzzeitig mit zwei Spielern weniger auskommen. „Das sind so Kleinigkeiten, da passiert uns am Wochenende einfach zu viel“, sagte Schmalenberg.
Den Einsatz wollte der Trainer seiner Mannschaft dennoch nicht absprechen. „Die Jungs arbeiten immer fleißig“, betonte er. Das Problem liege vielmehr in den entscheidenden Momenten. Dort müsse jeder noch konzentrierter und konsequenter werden. „Man muss jetzt einfach die eigene Nase packen“, forderte Schmalenberg mit Blick auf die aktuelle Situation.
Der gute Saisonstart ist für den Trainer damit endgültig Vergangenheit. „Punktemäßig ist jetzt vorbei“, sagte Schmalenberg. Nun gehe es darum, sich nicht mit der Konkurrenz oder anderen Faktoren zu beschäftigen, sondern die eigenen Fehler abzustellen und wieder Punkte zu sammeln.
Dabei sieht er auch die erfahrenen Spieler in der Verantwortung, der Mannschaft in dieser schwieriger werdenden Phase Stabilität zu geben. Gerade für die jüngeren Akteure könne die Situation mental zunehmend belastend werden. „Da müssen wir als Mannschaft jetzt einfach uns gegenstemmen. Ich weiß, dass die Jungs das können“, sagte Schmalenberg.
Für Mennrath geht es damit in den kommenden Wochen vor allem darum, den Negativlauf zu stoppen. Aktuell steht die Mannschaft mit acht Punkten auf Rang 14 – noch über dem Abstiegsstrich. Durch die Ergebnisse der Konkurrenz könnte sich die Ausgangslage allerdings bereits am Sonntag weiter verschärfen.
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