Foto: Heiko van der Velden
Erfahrung aus höheren Spielklassen, kurze Wege und ein vertrauensvolles Miteinander: Beim Landesligisten ASV Süchteln setzt Volker Hansen auf ein Trainerteam, das gemeinsam Entscheidungen trifft und einen guten Draht zu den Spielern pflegt. Auch die Helfer im Hintergrund sind für den Cheftrainer ein wichtiger Teil des Erfolgs.
Im Fußball wird häufig über einzelne Trainer gesprochen. Beim ASV Süchteln möchte Volker Hansen den Erfolg dagegen nicht an einer Person festmachen. Gerade bei einer jungen Mannschaft komme es auf Erfahrung, Vertrauen und klare Kommunikation an. Dass die Verantwortlichen selbst auf höherem Niveau gespielt oder gearbeitet haben, soll dabei nicht als Statussymbol dienen. Vielmehr gehe es darum, die Erfahrungen sinnvoll in die tägliche Arbeit einzubringen.
Hansen kennt den Fußball aus unterschiedlichen Perspektiven. Als Spieler war er für die zweite Mannschaft des MSV Duisburg in der damaligen Oberliga Nordrhein aktiv, später lief er für den 1. FC Viersen in der Verbandsliga auf. Co-Trainer Heinz Vossen sammelte Erfahrungen bei der SG Wattenscheid 09, dem KFC Uerdingen und Fortuna Düsseldorf. Komplettiert wird das Trainerteam durch Torwarttrainer Markus Brock, der in dieser Funktion auch beim Regionalligisten SV Straelen gearbeitet hat.
„Ich glaube, was uns auszeichnet, ist, dass wir einen ganz guten Draht zu den jungen Leuten haben“, erklärt Hansen. Im Trainerteam gebe es einen großen Erfahrungsschatz und eine gute Mischung, die den Austausch erleichtere. Die Spieler sollten nicht allein deshalb zu den Trainern aufblicken, weil diese früher auf höherem Niveau aktiv waren. Entscheidend sei, dass die Inhalte verständlich seien und auf dem Platz funktionierten. „Wenn man immer von früher erzählt, ist das altbacken“, findet Hansen. Die Grundlagen des Fußballs blieben schließlich bestehen, auch wenn das Spiel schneller geworden sei.
Keine Entscheidungen im Alleingang
Für Hansen gehört es zur Zusammenarbeit, die Sichtweise der Mannschaft einzubeziehen. Er wolle nicht den Eindruck vermitteln, dass die Trainer immer recht hätten. Stattdessen sei ihm wichtig, die Spieler zu fragen, wie sie Situationen einschätzen. Schließlich müssten sie die Ideen auf dem Platz umsetzen und könnten am besten beurteilen, ob etwas funktioniere.
Das gilt auch für die Arbeit mit Vossen und Brock. Bei Aufstellung, Wechseln und taktischen Anpassungen tauschen sich die Verantwortlichen aus. Auch während einer Partie werden mögliche Veränderungen gemeinsam diskutiert. Die letzte Entscheidung treffe zwar der Cheftrainer, doch die unterschiedlichen Perspektiven seiner Kollegen seien wertvoll. „Ich bin ein Teamplayer“, sagt Hansen. Die Harmonie im Trainerteam sei sehr gut; keiner müsse seine Rolle besonders herausstellen.
Von außen lasse sich ein Spiel ohnehin nur begrenzt beeinflussen. Aufstellung, Halbzeitansprache und Wechsel seien die wichtigsten Möglichkeiten, anschließend müssten die Spieler die Vorgaben auf dem Platz umsetzen. Umso wichtiger seien eine gemeinsame Linie und ein offener Umgang miteinander. Die Trainer versuchten, die Spieler zu fordern und sie auch einmal gezielt zu kitzeln, wenn sie mehr aus ihren Möglichkeiten machen könnten.
Auch das Betreuerteam ist unverzichtbar
Besonders wichtig ist Hansen, dass neben dem Trainerteam auch die Betreuer die Anerkennung bekommen, die sie verdienen. Ihre Arbeit werde oft kaum wahrgenommen, sei für den Spielbetrieb aber unverzichtbar. Sie kümmern sich um Trikots, Organisation und viele weitere Aufgaben rund um die Mannschaft. Häufig stehen sie dafür auch bei schlechtem Wetter am Platz und sorgen dafür, dass die Spieler sich auf den Fußball konzentrieren können.
„Das kann man gar nicht hoch genug anrechnen“, sagt Hansen mit Blick auf das Ehrenamt. Die Mannschaft solle etwas zurückgeben – nicht zwingend mit einem Sieg, sondern mit einer engagierten Leistung und dem Willen, sich für den gemeinsamen Erfolg einzusetzen. Für ihn zählt, dass die Spieler alles auf dem Platz lassen.
Süchteln beschreibt Hansen als gewachsene Einheit. Als er zum Verein kam, sei er offen und herzlich empfangen worden. Dieses Miteinander präge aus seiner Sicht auch die erste Mannschaft. Die Spieler seien charakterlich starke Typen und hätten die Möglichkeit, ihre Sichtweisen einzubringen. Dass aktuell zahlreiche Akteure verletzungsbedingt fehlen, erschwere die Arbeit zusätzlich. Umso wichtiger sei es, gemeinsam Lösungen zu finden und die vorhandenen Möglichkeiten bestmöglich zu nutzen.
Für Hansen steht deshalb fest: Der Erfolg einer Mannschaft ist nie allein das Werk des Cheftrainers. Er entsteht aus dem Zusammenspiel vieler Menschen – auf dem Platz, an der Seitenlinie und im Hintergrund.
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