Später K.o. für Amern gegen den Tabellenführer

Foto: Heiko van der Velden

Es war nur ein kleiner Schritt von einem Achtungserfolg zu einer bitteren Niederlage. Die VSF Amern haben am vierten Spieltag der Landesliga dem Tabellenführer DJK Arminia Klosterhardt lange Paroli geboten, mussten sich aber mit 2:3 (1:1) geschlagen geben. Der entscheidende Treffer fiel erst in der dritten Minute der Nachspielzeit.

Nach dem frühen Rückstand durch Sergen Avni Dogan (1.) fand die Mannschaft von Trainer Dennis Homann und Willi Kehrberg schnell ins Spiel. Luca Dorsch sorgte in der 11. Minute für den Ausgleich. Vorausgegangen war eine starke Aktion von Johannes Hamacher, der sich auf der rechten Seite im Strafraum durchsetzte und den Ball für Dorsch auflegte.

Amern spielte anschließend mutig nach vorne und hatte Möglichkeiten, die Partie zu drehen. Besonders knapp wurde es bei einem Freistoß von Hajime Yokota aus rund 18 Metern, der am Pfosten landete. Dorsch setzte den Nachschuss über das Tor. „Danach haben wir mutig Fußball gespielt und Klosterhardt über den ganzen Platz laufen lassen“, sagte Homann. Mit mehr Genauigkeit und Zielstrebigkeit sei sogar eine Führung zur Pause möglich gewesen.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Klosterhardt erhöhte den Druck und setzte Amern zunehmend unter Druck. „Klosterhardt hat ganz klar Pressing gespielt. Eigentlich hätten sich dadurch Räume ergeben müssen, aber wir haben es nicht hinbekommen, weiter mutig Fußball zu spielen“, erklärte Homann. Stattdessen gab seine Mannschaft die Bälle zu schnell wieder her, wodurch der Tabellenführer immer wieder neue Angriffe starten konnte.

Dennoch ging Amern in der 73. Minute erstmals in Führung. Malte Knop setzte sich über die linke Seite durch und drang in den Strafraum ein, wo er nur durch ein Foul gestoppt werden konnte. Selman Sevinc verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zum 2:1.

Doch die Führung hielt nur vier Minuten. Samuel Zegadlo traf in der 77. Minute zum 2:2. In der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, wobei Klosterhardt die gefährlicheren Aktionen hatte. Amern versuchte vor allem mit tiefen Bällen in die Spitze für Entlastung zu sorgen, blieb dabei aber insgesamt zu harmlos.

In der dritten Minute der Nachspielzeit folgte der bittere Tiefschlag: Emre Yalcin setzte den Ball mit einem gezielten Schlenzer in die lange rechte Ecke, knapp neben den Pfosten, und erzielte damit das 3:2 für Klosterhardt.

Homann nahm seine Mannschaft bei der Entstehung des entscheidenden Treffers in die Pflicht. „Wir sind selber schuld. In dieser Situation muss das taktische Foul kommen. Dann passiert das Tor nicht“, sagte der Trainer. Besonders bitter sei der Zeitpunkt gewesen: „Lehrgeld zu zahlen tut weh, vor allem wenn du in der 93. Minute so ein Tor bekommst.“

Dennoch erkannte Homann die Leistung des Gegners an. „Am Ende ist es vielleicht sogar verdient, weil Klosterhardt in den letzten 15 Minuten näher dran war, noch ein Tor zu schießen.“ Über weite Strecken habe seine Mannschaft dem Spitzenreiter jedoch ein Duell auf Augenhöhe geliefert.

Nach der Pause habe seine Mannschaft allerdings nicht mehr konsequent genug das umgesetzt, was sie sich vorgenommen hatte. Gerade gegen das Pressing der Gäste habe Amern zu selten die richtigen Lösungen gefunden.

Während Klosterhardt mit vier Siegen aus vier Spielen die Tabellenführung behauptet, wartet Amern nach vier Spieltagen weiterhin auf den zweiten Saisonsieg. Besonders bitter: Gegen den Spitzenreiter war ein Punktgewinn durchaus möglich. Am Ende stand die Mannschaft jedoch mit leeren Händen da.

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