Leo Stegner traf zum 1:0-Führung in Rhede. Foto: Heiko van der Velden
Der SC Union Nettetal hat am dritten Spieltag der Landesliga zwei Punkte liegen gelassen. Beim VfL Rhede kam die Mannschaft von Trainer Kemal Kuc am Donnerstagabend trotz einer zwischenzeitlichen Führung nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Für Kuc war das Ergebnis enttäuschend, denn aus seiner Sicht hätte Nettetal die weiteste Auswärtsfahrt der Saison mit drei Punkten im Gepäck beenden müssen.
Rund 120 Kilometer liegen zwischen Nettetal und Rhede, etwa eineinhalb Stunden dauerte die Anreise über die Autobahn. Für einige Nettetaler Spieler war der Donnerstag zudem ein besonders langer Tag. Teilweise mussten sie bereits seit 7 Uhr arbeiten und fuhren anschließend direkt von der Arbeit zum Spiel. Ob die lange Anreise und der Arbeitstag am Ende etwas in den Knochen steckten, ließ sich nicht eindeutig sagen – eine zusätzliche Belastung war es jedoch allemal.
Nettetal hatte die erste große Möglichkeit der Partie. Nach einer Flanke von Archil Ismail traf Leo Stegner nur die Latte. Danach entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung. Rhede, das nach vielen Jahren im Ober- und Verbandsligafußball inzwischen als Aufsteiger in der Landesliga antritt, stand kompakt und lauerte auf Umschaltsituationen.
Auch die Gastgeber kamen zu Möglichkeiten. In der sechsten Minute parierte Nettetals Torhüter Moritz Kosfeld einen Distanzschuss von Marvin Nunnendorf. Kurz vor der Pause wurde Kosfeld erneut gefordert: Tom Betting scheiterte aus kurzer Distanz am Schlussmann, wenig später hatte der Rheder Angreifer erneut die Chance zur Führung.
„Wir waren in der ersten Halbzeit nicht auf unserem Niveau“, befand Kuc. Seine Mannschaft habe zu wenig Fußball gespielt und sich zu häufig auf lange Bälle und Zweikämpfe eingelassen.
Nach dem Seitenwechsel kam Nettetal besser ins Spiel und ging in der 54. Minute in Führung. Nach einer Flanke stand Leo Stegner richtig und erzielte sein erstes Saisontor zum 1:0. Doch die Führung hielt nicht lange. In der 62. Minute wurde Maximilian Kreutzer nach einem starken Solo im Nettetaler Strafraum gefoult. Noah Paß verwandelte den fälligen Strafstoß zum 1:1 (63.).
In der Schlussphase verpasste Nettetal den Siegtreffer. Stattdessen musste die Mannschaft sogar noch um den Punkt bangen. In der 87. Minute hatte Tom Betting die große Möglichkeit, Rhede zum Sieg zu schießen.
„Wir mussten zum Ende glücklich sein, dass wir den Punkt holen“, sagte Kuc. Gleichzeitig machte er deutlich: „So ein Spiel in Rhede mussten wir gewinnen, weil wir vom Potenzial die viel bessere Mannschaft in Rhede sind.“
Besonders deutlich wurde Kuc bei der Bewertung der individuellen Leistungen: „Wenn man acht, neun Spieler hat, die nicht auf ihrem Niveau gut sind, dann ist das sehr schwer.“ Positiv hob der Trainer dagegen Torhüter Moritz Kosfeld und Pascal Schellhammer hervor, die ihre Leistung gebracht hätten.
Für Union Nettetal bleibt damit ein Punkt aus der weitesten Auswärtsfahrt der Saison. Rhede dürfte mit dem Remis deutlich zufriedener sein. Der Aufsteiger bewies nach dem Rückstand Moral und verdiente sich den Punkt mit einer engagierten Schlussphase. Nettetal dagegen ließ trotz der besonderen Belastung die Chance auf den Auswärtssieg liegen.
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