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Leon Schübel bleibt beim VfB Homberg. Trotz des Abstiegs aus der Oberliga Niederrhein in die Landesliga hat sich der 22-jährige Torhüter gegen mehrere Möglichkeiten entschieden, den Verein zu verlassen. Nach Informationen unserer Redaktion lagen Schübel unter anderem Angebote aus der Oberliga vor, darüber hinaus sollen sogar zwei konkrete Offerten aus der Regionalliga auf dem Tisch gelegen haben. Für den Duisburger war das jedoch kein Grund, seine Zusage an den VfB zurückzuziehen.
„Ich stehe zu meinem Wort und bin nun mal auch Duisburger. Der VfB Homberg gehört nicht in die Landesliga und steht vor Herausforderungen, wo ich spüre, dass ich helfen kann und muss. Ich bin dann keiner, der einfach abhaut, sondern möchte Verantwortung übernehmen“, sagt Schübel auf Anfrage unserer Redaktion.
Es ist eine Aussage, die weit mehr ist als ein Lippenbekenntnis. Denn Schübels Verbindung zum VfB Homberg reicht über die sportliche Perspektive hinaus. Der am 5. Februar 2004 geborene Torhüter ist in Duisburg aufgewachsen und wurde unter anderem beim MSV Duisburg ausgebildet. Vor seinem Wechsel an den Rheindeich hatte er bereits Stationen bei Bayer 04 Leverkusen, dem MSV, dem SV Straelen, dem 1. FC Düren und dem SV Schermbeck durchlaufen.
Schon 2025 fiel die Entscheidung für Homberg
Bemerkenswert ist, dass Schübel bereits bei seinem Wechsel nach Homberg eine ähnliche Entscheidung getroffen hatte. Im Sommer 2025 suchte der VfB nach dem Abgang von Luca Happe zur U23 des FC Schalke 04 und der verletzungsbedingten Ungewissheit um KC Hersey einen weiteren Torhüter. Schübel kam vom SV Schermbeck und sollte sich dort mit Hersey um den Platz zwischen den Pfosten duellieren.
Dabei war Homberg keineswegs die einzige interessante Adresse. Amafuma berichtete damals, dass Schübel sogar ein Angebot aus der Regionalliga Nordost zugunsten des VfB ausschlug. Der Keeper bestätigte seinerzeit, dass er sich auch in der Regionalliga West und Nordost vorgestellt habe. Ausschlaggebend sei letztlich das „Gesamtpaket“ in Homberg gewesen – verbunden mit der Möglichkeit, in seiner Heimatstadt zu spielen.
Der Schritt zum VfB war damit bereits eine bewusste Entscheidung für Heimat und sportliche Verantwortung.
22 Einsätze, fünf Zu-null-Spiele
Sportlich hat sich der Wechsel für Schübel durchaus ausgezahlt. In der Oberliga Niederrhein 2025/26 kam der Schlussmann nach Daten von Transfermarkt auf 23 Einsätze und 1.918 Spielminuten. Dabei blieb Homberg in fünf Partien ohne Gegentor.
Der junge Torhüter gehörte über weite Strecken der Saison zum festen Personal des VfB.
Seine Saison hatte dabei Licht und Schatten. Ein besonderes Ausrufezeichen setzte Schübel beispielsweise beim 0:0 gegen den damaligen Spitzenreiter Ratingen 04/19 im November 2025. Die lokale Berichterstattung bezeichnete ihn als entscheidenden Faktor dafür, dass Homberg gegen den Tabellenführer einen Punkt festhalten konnte.
Wenige Wochen später erlebte der Keeper allerdings auch einen bitteren Moment. Beim 1:2 gegen die SpVg Schonnebeck sah Schübel nach einer Notbremse bereits in der 26. Minute die Rote Karte.
Gerade für einen 21-jährigen Torhüter gehören solche Erfahrungen zur Entwicklung dazu. Schübel sammelte in Homberg jedenfalls reichlich Spielpraxis auf Oberliga-Niveau.
Ein ungewöhnlicher Karriereweg
Der Blick auf seine bisherigen Stationen zeigt, dass Schübel trotz seines jungen Alters bereits einiges erlebt hat.
Seine fußballerische Ausbildung begann bei Bayer 04 Leverkusen, ehe er zum MSV Duisburg wechselte. Bei den Zebras durchlief er mehrere Nachwuchsstufen und stand schließlich in der A-Junioren-Bundesliga zwischen den Pfosten. FuPa weist für seine Zeit beim MSV in der U19-Bundesliga insgesamt elf Einsätze aus. Im Herrenbereich ging es anschließend schnell. Für den SV Straelen absolvierte Schübel in der Saison 2023/24 sieben Oberliga-Spiele. Im Winter folgte der Wechsel zum damaligen Regionalligisten 1. FC Düren. Dort kam er einmal in der Regionalliga West zum Einsatz und sammelte zusätzlich acht Partien für die Dürener Reserve in der Landesliga Mittelrhein.
Im Sommer 2024 wechselte er zum SV Schermbeck in die Oberliga Westfalen. Dort kam er in sechs Ligaspielen zum Einsatz, ehe sich mit dem Wechsel nach Homberg die Rückkehr in seine Heimatstadt ergab. Die bisherige Laufbahn lässt sich damit durchaus als kontinuierliche Entwicklung über verschiedene Spielklassen beschreiben.
Homberg vor dem Neuaufbau
Für den VfB Homberg bedeutet Schübels Verbleib gleichzeitig einen wichtigen Baustein für den Neuaufbau. Der Klub musste nach der Saison 2025/26 den Gang in die Landesliga antreten. Homberg beendete die Oberliga-Saison mit 36 Punkten aus 34 Spielen und einem Torverhältnis von 51:61 auf dem 17. Tabellenplatz.
Die Bilanz laut Transfermarkt: zehn Siege, sechs Unentschieden und 18 Niederlagen. Besonders auffällig war die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsbilanz: Im PCC-Stadion holte Homberg 21 Punkte, auswärts lediglich 15.
Auch auf der Trainerbank gab es im Saisonverlauf Veränderungen. Stefan Janßen, der den VfB seit 2022 betreut hatte, wurde Anfang Mai 2026 durch Tobias Schiek ersetzt. Unter Schiek folgten fünf Spiele mit einem Sieg und vier Niederlagen.
Der Abstieg ist somit nicht nur sportlich ein Einschnitt, sondern zwingt den Verein auch zu einem personellen Neuanfang.
Umso wichtiger ist, dass der VfB einen Spieler halten kann, der sportlich noch Entwicklungspotenzial besitzt und gleichzeitig eine starke Bindung zum Verein und zur Stadt hat.
Transfermarkt führt Schübel mittlerweile mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2027. Auch Routinier KC Hersey steht demnach weiterhin bis 2027 unter Vertrag.
Damit verfügt Homberg auf der Torhüterposition über eine interessante Mischung aus Erfahrung und Entwicklungspotenzial. Schübel, gerade einmal 22 Jahre alt, hat bereits Oberliga- und Regionalliga-Erfahrung gesammelt. Hersey bringt als 31-Jähriger die Routine mit, die gerade nach einem Abstieg wertvoll sein kann.
Für Schübel selbst dürfte der Schritt in die Landesliga allerdings keineswegs das Ende seiner sportlichen Ambitionen bedeuten. Im Gegenteil: Ein junger Torhüter, der bereits höherklassige Angebote vorliegen hatte, entscheidet sich bewusst dafür, in einer schwierigen Situation Verantwortung zu übernehmen.
„Ich bin dann keiner, der einfach abhaut“
Genau darin liegt die eigentliche Bedeutung seiner Entscheidung. Im Amateur- und Semiprofifußball sind Vereinswechsel nach einem Abstieg Normalität. Spieler, die sich für höhere Aufgaben empfehlen, werden schnell von ambitionierteren Klubs angesprochen. Dass Schübel trotz dieser Möglichkeiten bleibt, ist deshalb bemerkenswert.
„Ich bin dann keiner, der einfach abhaut, sondern möchte Verantwortung übernehmen“, sagt der Torhüter.
Für den VfB Homberg ist das eine Botschaft, die über die Personalie Schübel hinausgeht. Der Verein steht nach dem Abstieg vor der Aufgabe, eine Mannschaft zusammenzustellen, die nicht nur kurzfristig konkurrenzfähig ist, sondern möglichst schnell wieder nach oben blickt. Mit einem Torhüter, der den Verein trotz höherklassiger Möglichkeiten nicht verlassen will, ist dafür zumindest ein wichtiger Anfang gemacht.
Und Schübel selbst bekommt genau das, was junge Torhüter für ihre Entwicklung benötigen: Verantwortung, Spielpraxis und eine Mannschaft, bei der er eine tragende Rolle einnehmen kann. Ausgerechnet in der Landesliga könnte der Duisburger damit endgültig vom Talent zum Führungsspieler reifen.
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