Bitteres Ende am Hohen Busch: 1. FC Viersen steigt nach 2:3 gegen Hackenberg in die Kreisliga A ab

Foto: Heiko van der Velden

Der 1. FC Viersen hat den Klassenverbleib in der Bezirksliga verpasst und muss nach der Saison den Gang in die Kreisliga A antreten. Nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel unterlag die Mannschaft von Trainer Stephan Houben auch im Rückspiel der Abstiegsrelegation der SG Hackenberg mit 2:3 (0:1). Dabei zeigte der FC vor 35 Grad am Hohen Busch eine engagierte Leistung, kämpfte sich gleich zweimal nach einem Rückstand zurück und stand am Ende dennoch mit leeren Händen da. Während die Gäste aus dem Bergischen Land den Klassenerhalt bejubelten, herrschte auf Viersener Seite Fassungslosigkeit.

Dabei begann die Partie ganz nach dem Geschmack der Gastgeber. Viersen übernahm von Beginn an die Initiative, ließ den Ball gut laufen und drängte Hackenberg tief in die eigene Hälfte. Die erste große Möglichkeit hatte Ahmed Omeirat, dessen Kopfball zwar im Netz landete, der Treffer jedoch wegen einer Abseitsstellung keine Anerkennung fand. Nur wenige Minuten später setzte Fabio Ribeiro aus rund 18 Metern zum Distanzschuss an. Hackenbergs Schlussmann reagierte glänzend und lenkte den Ball mit den Fingerspitzen noch über die Latte. Auch in der Folge bestimmte der FC das Geschehen, belohnte sich für den engagierten Auftritt aber nicht.

Stattdessen schlugen die Gäste mit ihrer ersten echten Torchance eiskalt zu. Über die rechte Seite spielte Hackenberg den Angriff sauber aus, Leon Michael Sierant traf in der 30. Minute zur 1:0-Führung. Damit lagen die Gäste im Gesamtergebnis bereits mit 2:0 vorne. Für Viersen wurde die Aufgabe dadurch noch schwieriger, obwohl die Mannschaft bis dahin den besseren Eindruck hinterlassen hatte.

Nach dem Seitenwechsel warf der FC alles nach vorne. Der Einsatz wurde zunächst belohnt: Marvin Struckmann erzielte in der 51. Minute den verdienten Ausgleich zum 1:1. Doch wieder hielt die Hoffnung nicht lange an. Nach einem Angriff der Gäste brachte Lennard Wagemann Hackenberg in der 70. Minute erneut in Führung. Wieder bewiesen die Gastgeber Moral. Struckmann traf acht Minuten später zum zweiten Mal und stellte auf 2:2. Nun fehlte den Viersenern nur noch ein Treffer, um zumindest die Verlängerung zu erreichen.

In der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Viersen drängte mit aller Macht auf das entscheidende Tor. Ein Kopfball klatschte jedoch nur an den Pfosten, wenig später fand eine scharfe Hereingabe im Strafraum keinen Abnehmer. Statt des umjubelten 3:2 folgte die kalte Dusche. Hackenberg klärte die Situation, schaltete blitzschnell um und Edward Yamoah traf in der 88. Minute zum 3:2-Endstand. Die letzten Minuten inklusive langer Nachspielzeit brachten keine Wende mehr, sodass nach dem Schlusspfiff der Abstieg des Traditionsvereins besiegelt war.

Entsprechend niedergeschlagen zeigte sich Trainer Stephan Houben nach dem Spiel. Der 55-Jährige sprach von einem Muster, das sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison gezogen habe. „Am Ende steigst du natürlich zu Recht ab. Wir hatten 18 Spiele Zeit, ausreichend Punkte zu holen. Aber es ist wieder nach dem gleichen Muster gelaufen. Vorne lassen wir beste Chancen liegen und hinten gehen die Bälle fast immer rein“, sagte Houben. Besonders bitter sei gewesen, dass seine Mannschaft zweimal nach Rückständen zurückgekommen sei. „Dann kommt dieser Kopfball an den Pfosten, kurz danach legen wir den Ball quer und finden keinen Abnehmer. Im Gegenzug fällt das 2:3. Da hast du als Trainer irgendwann keine Mittel mehr.“

Trotz aller Enttäuschung wollte Houben die Verantwortung nicht von sich weisen. „Die Hypothek aus der Hinrunde war am Ende einfach zu groß. Wir hatten eine komplett neue Mannschaft, schwierige Bedingungen im Winter und waren insgesamt zu wechselhaft. Wir haben gute Spiele gemacht, dann wieder völlig unerklärliche Leistungen gezeigt. Deshalb stehen wir jetzt dort, wo wir stehen.“ Gleichzeitig machte der Coach deutlich, dass er den Neuaufbau begleiten möchte. Auf die Frage nach seiner Zukunft antwortete er unmissverständlich: „Ich bin der Meinung: Wer die Suppe einbrockt, der soll sie auch mit auslöffeln. Ich habe meinen Anteil daran, deshalb bleibe ich. Jetzt geht es darum, den Verein wieder aufzurichten und eine schlagkräftige Mannschaft für die Kreisliga A zusammenzustellen.“

Für den 1. FC Viersen endet damit eine schwierige Saison mit dem bittersten denkbaren Ausgang. Trotz einer leidenschaftlichen Vorstellung im entscheidenden Relegationsrückspiel reichte es nicht mehr zum Klassenerhalt. Während die SG Hackenberg den Verbleib in der Bezirksliga feiern durfte, beginnt für den FC nach dem Abstieg nun die Planung für einen Neustart in der Kreisliga A.

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