Mit Platz zwei in der Kreisliga B hat BW Concordia Viersen eine Saison gespielt, die Mut für die Zukunft macht. Die Mannschaft von Trainer Tobias Beier sammelte 55 Punkte aus 24 Spielen, stellte die zweitbeste Offensive und die zweitbeste Defensive der Liga und gehörte über die gesamte Spielzeit zu den dominierenden Teams. Den Meistertitel sicherte sich der SC Viersen-Rahser, der beide direkten Duelle gegen die Concorden mit 2:0 gewann und sich damit den entscheidenden Vorteil im Titelrennen verschaffte. „Wenn ich jetzt etwas anderes behaupten würde, würde ich mir selbst in die Tasche lügen. Mit dem Kader muss das Ziel ganz klar der Aufstieg sein“, sagt Beier.
Die große Stärke der Concorden war zweifellos das Offensivspiel. Mit weit über 100 Toren sorgte die Mannschaft regelmäßig für klare Verhältnisse. Einen erheblichen Anteil daran hatten Torjäger Rene Kapell, der 30 Treffer erzielte und elf weitere vorbereitete, sowie Spielmacher Mithat Sezgin mit 20 Toren und herausragenden 27 Assists. „Wenn man weit über 100 Tore in 24 Spielen schießt, dann kann man die Offensive schon als Prunkstück bezeichnen“, sagt Beier.
Trotz der beeindruckenden Zahlen sieht der Trainer noch Entwicklungspotenzial. Besonders gegen tief verteidigende Mannschaften fehlten seiner Elf manchmal die Lösungen. Ausgerechnet gegen Meister SC Viersen-Rahser blieb Concordia in beiden Begegnungen ohne eigenen Treffer. „Da hatten wir viel Ballbesitz, aber uns ist nach vorne nichts mehr eingefallen“, analysiert Beier. Auch bei Standards sieht er Handlungsbedarf. Zwar stellte Concordia eine der besten Defensiven der Liga, viele Gegentore fielen jedoch nach Ecken oder Freistößen. „Gefühlt kam die Hälfte unserer Gegentore nach Standards. Das müssen wir unbedingt verbessern.“
Neben den sportlichen Leistungen hebt Beier vor allem den außergewöhnlichen Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft hervor. Keiner der Spieler verlässt den Verein freiwillig, der komplette Kader bleibt zusammen. „Wenn du bei einer Mannschaft dieser Größe keinen einzigen freiwilligen Abgang hast, spricht das für die Truppe“, sagt der Trainer. Selbst Spieler mit wenig Einsatzzeit seien engagiert geblieben. Mit einer durchschnittlichen Trainingsbeteiligung von rund 18 Spielern sieht Beier darin einen wichtigen Baustein für den Erfolg.
Für die kommende Saison setzt Concordia auf Kontinuität und gezielte Verstärkungen. Trainer Tobias Beier bleibt ebenso im Amt wie der komplette Kader. Hinzu kommen die externen Neuzugänge Mehmet-Kaan Ilgörmez, Milan Berwary und Jan Jentges. Aus der eigenen Reserve rücken außerdem Felix Knittel und Morten Huschyar in den Kader der ersten Mannschaft auf. Einige weitere junge Spieler sollen zunächst in der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammeln, um sich dort weiterzuentwickeln.
Die Vorbereitung beginnt am 5. Juli – und die Zielsetzung ist eindeutig. Nach Platz zwei gibt es für Concordia nur noch eine Richtung. „Mit diesem Kader musst du aufsteigen“, stellt Beier klar. Als stärksten Konkurrenten erwartet er den SC Broich-Peel, der sich ebenfalls namhaft verstärkt hat. Auch mögliche Absteiger aus der Kreisliga A könnten das Aufstiegsrennen bereichern. Für BW Concordia Viersen ist die Marschroute dennoch klar: Der zweite Platz soll nur eine Zwischenstation auf dem Weg in die A-Liga gewesen sein.
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