Der KFC Uerdingen erlebte am Freitagabend in der Oberliga-Niederrhein einen echten Stimmungskiller. Beim abstiegsbedrohten 1. FC Kleve kassierten die Krefelder eine 0:1-Niederlage – und das in einem Spiel, das sie über weite Strecken kontrollierten, ohne jedoch zwingend genug zu werden. Ein später Strafstoß brachte schließlich die Entscheidung zugunsten der Gastgeber.
Lange Zeit hatte die Partie am Bresserberg kaum Höhepunkte zu bieten. Auf dem tiefen Geläuf entwickelte sich ein körperbetontes Duell, das von zweiten Bällen und langen Passwegen geprägt war. Uerdingen trat nahezu unverändert auf, einzig Adam Tolba rückte neu in die Startelf. Defensiv stand der KFC zwar stabil, doch nach vorne fehlte es zunächst an Präzision und Überraschungsmomenten.
Die erste echte Annäherung an ein Tor gab es nach gut einer Viertelstunde: Ein ruhender Ball von Mohamed Benslaiman Benktib sorgte zumindest kurz für Gefahr. Ein Distanzversuch von Nedzhib Hadzha folgte, doch beide Aktionen verfehlten das Ziel klar. Die beste Gelegenheit der gesamten ersten Hälfte spielte sich dann in der 37. Minute ab: Nach einem Eckball zog Noah Tomson technisch stark ab, traf jedoch nur den Innenpfosten. Auch kurz vor der Pause bot sich eine große Chance – Etienne-Noel Reck scheiterte aus kurzer Distanz an Kleves Schlussmann Taner.
Nach dem Seitenwechsel wurde Uerdingen zunehmend aktiver. Immer wieder versuchten die Krefelder, das Tempo zu erhöhen und Kleve in dessen Strafraum zu drücken. Ein Steilpass von Hadzha eröffnete Reck zunächst die große Möglichkeit zum Führungstreffer, aber Taner parierte sowohl den ersten Versuch als auch den anschließenden Nachschuss von Alexander Lipinski (56.). Nur Sekunden später wuchs Kleves Torhüter erneut über sich hinaus und vereitelte gleich drei Abschlüsse nacheinander.
Kleve selbst sorgte nur sporadisch für Entlastung. Ein abgefälschter Schuss von Niklas Klein-Wiele in der 67. Minute hätte dennoch beinahe die überraschende Führung gebracht – der Ball trudelte hauchdünn am Kasten vorbei. Auf der Gegenseite setzte Seongsun You einen Kopfball ebenso knapp daneben.
Die Schlüsselszene ereignete sich schließlich in der 83. Minute: Der frisch eingewechselte Joel Agbo zog mit seinem ersten Ballkontakt in den Strafraum und suchte das Eins-gegen-Eins. Ein ungestümes Einsteigen von Jan Bachmann brachte ihn zu Fall, und der Schiedsrichter entschied ohne Zögern auf Elfmeter. Nermin Badnjevic verlud Uerdingens Keeper Jonas Holzum und traf platziert ins linke Eck – Kleves Treffer zum 1:0. Für den KFC bedeutete das gleichzeitig das Ende mehrerer positiver Serien: Erstmals nach drei Spielen kassierte man wieder ein Gegentor, erstmals nach sechs Partien stand man wieder ohne Punkt da.
Eine echte Schlussphase entwickelte sich danach kaum noch. Kleve verstand es geschickt, den Rhythmus immer wieder zu unterbrechen und Minuten von der Uhr zu nehmen. Die einzig nennenswerte Möglichkeit in der Nachspielzeit hatten sogar die Hausherren, als Klein-Wiele einen Abpraller nicht zum zweiten Tor nutzen konnte.
Am Ergebnis änderte sich nichts mehr: Uerdingen musste die Heimreise ohne Zähler antreten – ein Rückschlag, der angesichts des Spielverlaufs besonders ärgerlich ist.
Für die Mannschaft von Trainer Julian Stöhr bleibt dennoch keine Zeit zur langen Analyse. Bereits am Dienstag steht das Nachholspiel gegen Spitzenreiter Ratingen 04/19 auf dem Programm. Und auch der Tabellenführer wirkt nicht unantastbar: Ratingen verspielte am Freitag eine deutliche 3:1-Führung gegen Holzheim und musste sich am Ende mit einem 3:3 begnügen. Für den KFC also die Gelegenheit, schnell wieder ein anderes Gesicht zu zeigen.
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