Archivfoto: Heiko van der Velden
Mike Schmalenberg ist seit einigen Wochen Trainer des Landesligisten SC Victoria Mennrath. Viel Zeit zum Eingewöhnen blieb dem 40-Jährigen allerdings nicht. Nach einer ungewöhnlich kurzen Sommerpause galt es, eine neu formierte Mannschaft kennenzulernen, Gespräche mit Spielern zu führen und gleichzeitig eine gemeinsame sportliche Linie zu entwickeln. Der Start in die neue Saison ist dabei bereits gelungen: Beim SV Biemenhorst drehte Mennrath einen 0:1-Rückstand und gewann auswärts mit 3:1.
„Mir war wichtig, dass wir relativ schnell zusammenkommen“, sagt Schmalenberg. Der neue Trainer wollte nicht erst kurz vor dem Saisonstart beginnen, seine Vorstellungen zu vermitteln. Deshalb wurde frühzeitig trainiert und vor allem viel miteinander gesprochen. „Durch viel Trainingszeit und persönliche Gespräche haben wir die Jungs eingefangen.“
Schmalenberg sieht die Vorbereitung deshalb nicht nur unter sportlichen Gesichtspunkten. Für ihn ging es ebenso darum, eine Mannschaft zu formen, in der die einzelnen Charaktere zusammenpassen. „Das Wichtigste ist, dass man mit einer gewissen Menschlichkeit die Jungs erreicht“, sagt er. Seine Vorstellungen vom Fußball müssten für die Spieler greifbar und nachvollziehbar sein. Gleichzeitig müsse das Trainerteam geschlossen auftreten und eine klare Linie verfolgen.
Dass dieser Ansatz erste Früchte trägt, zeigte sich bereits beim Auftaktsieg in Biemenhorst. Mennrath geriet zunächst mit 0:1 in Rückstand, zeigte anschließend aber Moral und drehte die Partie noch in einen 3:1-Erfolg. Für Schmalenberg ist das ein positives Signal, ohne daraus bereits zu große Schlüsse zu ziehen. „Das ist natürlich wichtig für unsere Trainingsarbeit. Aber letztendlich ist das ein langer Weg.“
Auch bei der Kaderplanung war Fingerspitzengefühl gefragt. Mennrath arbeitet nach den Worten des Trainers nachhaltig und müsse innerhalb seiner Möglichkeiten wirtschaften. Deshalb sei es nicht darum gegangen, möglichst viele Spieler zu verpflichten, sondern passende Akteure zu finden, die sportlich und menschlich zur Mannschaft passen. „Wir haben eine gute Mischung gefunden“, sagt Schmalenberg.
Dabei setzt der Trainer auch auf die Spieler, die bereits im Verein waren. Einen kompletten Neustart wollte er nicht. Vielmehr gehe es darum, vorhandene Qualität mit externen und internen Neuzugängen weiterzuentwickeln und gleichzeitig die Breite des Kaders zu verbessern.
Für Schmalenberg ist der Wechsel in die Landesliga dennoch eine neue Erfahrung. Zuvor arbeitete er unter anderem bei der ersten Frauenmannschaft von Borussia Mönchengladbach und beim Regionalligisten FC Wegberg-Beeck. „Du musst dich schon irgendwann daran gewöhnen“, sagt er mit Blick auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen. Fußball bleibe aber Fußball. Entscheidend sei, sich auf die jeweilige Liga und die Spieler einzustellen.
Dabei spielt für ihn auch das familiäre Umfeld eine wichtige Rolle. Schmalenberg möchte Fußball und Privatleben miteinander vereinbaren und sieht gerade darin einen Vorteil von Mennrath. „Ich möchte nicht mehr der Trainer sein, bei dem alles nur um Fußball geht.“ Das Umfeld beim Landesligisten habe ihm deshalb von Beginn an zugesagt.
Sportlich ist das Ziel zunächst klar: Der SC Victoria Mennrath will sich in der Landesliga behaupten und den Abstieg vermeiden. Gleichzeitig soll die Mannschaft Schritt für Schritt verjüngt und weiterentwickelt werden. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich bereits am Freitagabend. Dann empfängt Mennrath um 20 Uhr die Sportfreunde 06 Neuwerk in der Mennrather Kull.
Es ist ein echtes Mönchengladbacher Duell – und dank der Flutlichtatmosphäre zugleich ein besonderer Rahmen für Schmalenbergs erste Wochen als Mennrather Trainer. Nach dem gelungenen Auftakt in Biemenhorst wartet damit die nächste Bewährungsprobe.
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