Foto: Inter Catenaccio 23
Fußball als Brücke zwischen Menschen: Genau das ist die Idee hinter „Inter Catenaccio 23“. Die inklusive Mannschaft wurde im November 2023 gegründet und gehört zum LVR-Verbund WohnenPlusLeben. Ziel des Projekts ist es, Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf gemeinsam auf den Platz zu bringen – ohne Leistungsdruck, dafür mit viel Gemeinschaftsgefühl.
Initiator, Trainer und LVR-Mitarbeiter Sascha Jansen-Ophei erinnert sich an die Anfänge: „Die Idee kam zustande, weil ein Kunde mehr Teilhabe im Leben haben wollte. Fußball war dabei ein Wunsch.“ Im Sprachgebrauch des LVR werden Menschen, die Leistungen und Unterstützungsangebote der Einrichtung nutzen, bewusst als „Kunden“ bezeichnet. Der Begriff soll verdeutlichen, dass Menschen mit Unterstützungsbedarf nicht nur betreut werden, sondern ein Recht auf Selbstbestimmung, Mitgestaltung und gesellschaftliche Teilhabe haben.
Da Jansen-Ophei parallel seinen Trainerschein absolvierte, entstand schnell der Gedanke, Sport und Inklusion miteinander zu verbinden. Zunächst traf sich die Gruppe noch in den Wohnhäusern – mit Theorieeinheiten im Wohnzimmer und ersten Passübungen im Flur. Weil viele Teilnehmer körperlich nicht einfach bei Wind und Wetter draußen trainieren konnten, wurde anschließend nach Hallenzeiten gesucht. Schritt für Schritt entwickelte sich daraus eine feste Mannschaft mit regelmäßigem Training, Freundschaftsspielen und ersten Turnierteilnahmen.
„Fußball verbindet, baut Barrieren ab und bringt Menschen zusammen“, sagt Jansen-Ophei. Im Mittelpunkt stehe dabei nicht das Ergebnis, sondern das gemeinsame Erlebnis. „Der Antrieb im Inklusionsfußball ist der Wunsch, Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf durch die gemeinsame Leidenschaft für Sport zusammenzubringen. Spaß, gleichberechtigte Teilhabe und Gemeinschaft stehen im Vordergrund.“
Besonders wichtig sei, dass Menschen ohne Handicap aktiv mitspielen und Berührungsängste abbauen. Erst dadurch entstehe echte Inklusion. Unterstützt wird das Team inzwischen von Spielern, Helfern und Ehrenamtlichen aus dem Umfeld des ASV Süchteln, aus Schulen und anderen Vereinen. Viele hätten vorher kaum Kontakt zu Menschen mit Unterstützungsbedarf gehabt. „Es geht darum, dass Menschen die Barriere durchbrechen und sich dem Team anschließen“, erklärt der Trainer.
Dabei gehe es längst um mehr als nur Fußball. Für viele Teilnehmer sei das Team ein wichtiger sozialer Treffpunkt geworden. Gemeinsame Stadionbesuche, Mannschaftsabende oder einfach Gespräche nach dem Training stärkten das Gemeinschaftsgefühl und sorgten dafür, dass neue Freundschaften entstehen. Manche Spieler hätten zuvor kaum soziale Kontakte gehabt oder wenig feste Tagesstruktur erlebt. Durch das Team entstehe Zugehörigkeit.
Auch sportlich wächst das Projekt weiter. Freundschaftsspiele gegen andere Inklusionsteams, Turniere und gemeinsame Aktionen stehen regelmäßig auf dem Programm. Ein besonderer Höhepunkt soll das große Inklusionsturnier am 11. Juli werden. Dann werden zahlreiche Mannschaften aus der Region in Süchteln erwartet. Mehrere hundert Besucherinnen und Besucher könnten an diesem Tag zusammenkommen.
Für Jansen-Ophei zeigt das Projekt, welche Kraft Sport entwickeln kann: „Das Team bringt Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf zusammen, baut Berührungsängste ab und zeigt, dass Inklusion im Alltag funktionieren kann.“ Entscheidend sei dabei nicht, wie gut jemand Fußball spiele. „Wichtig ist, dass Menschen gemeinsam Zeit verbringen, sich gegenseitig respektieren und Teil einer Gemeinschaft werden.“

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