Torwart trifft in der Nachspielzeit: Mennrath rettet Punkt im Kellerduell

Foto: Heiko van der Velden

Im richtungsweisenden Duell im Tabellenkeller der Landesliga hat der SC Victoria Mennrath eindrucksvoll Moral bewiesen. Gegen den 1. FC Wülfrath erkämpften sich die Gastgeber nach zwischenzeitlichem Zwei-Tore-Rückstand ein 3:3 – und sorgten mit einem Treffer in letzter Sekunde für einen der außergewöhnlichsten Momente des Spieltags.

Dabei begann die Partie aus Mennrather Sicht alles andere als vielversprechend. Wülfrath trat von Beginn an deutlich präsenter auf, war aggressiver in den Zweikämpfen und setzte die Gastgeber früh unter Druck. Die Folge war die verdiente Führung: Timo Conde nutzte die Anfangsphase konsequent und traf bereits in der 11. Minute zum 0:1.

Die Hausherren wirkten zunächst beeindruckt, fanden nur schwer in die Partie und hatten insbesondere im Spiel gegen den Ball Probleme, Zugriff zu bekommen. Erst nach rund 20 Minuten stabilisierte sich Mennrath, gewann mehr Zweikämpfe und arbeitete sich zunehmend ins Spiel hinein. Der Ausgleich fiel folgerichtig: Nach einer starken Balleroberung im Mittelfeld schaltete die Mannschaft schnell um, Moussa Coulibaly zog entschlossen Richtung Tor und traf zum 1:1 (25.).

In dieser Phase hatte Mennrath die Partie eigentlich im Griff, bestimmte das Geschehen und ließ Ball und Gegner laufen. Vieles deutete darauf hin, dass die Gastgeber das Spiel drehen könnten – doch stattdessen folgte der nächste Rückschlag. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld bekam Mennrath den Ball nicht konsequent geklärt, ein individueller Fehler ermöglichte Ebrahim Omayrat die erneute Führung für die Gäste (44.).

Auch nach dem Seitenwechsel erwischte Wülfrath den besseren Start. Während Mennrath weiterhin um Struktur bemüht war, nutzten die Gäste die Unsicherheiten eiskalt aus. Ein folgenschwerer Ballverlust im eigenen Aufbau führte schließlich zum 1:3 durch Conde (68.). In dieser Phase schien die Partie entschieden, zumal Mennrath bereits zuvor mehrere gute Möglichkeiten ausgelassen hatte.

Doch die Gastgeber zeigten eine beeindruckende Reaktion. Anstatt sich dem Spielverlauf zu ergeben, erhöhte Mennrath den Druck deutlich, schnürte Wülfrath phasenweise in der eigenen Hälfte ein und kam zu zahlreichen Abschlüssen. Der Anschlusstreffer durch Noah Kubawitz (75.), der den Ball sehenswert aus der Distanz im Tor unterbrachte, gab der Mannschaft zusätzlichen Auftrieb.

In der Schlussphase entwickelte sich ein echtes Powerplay. Mennrath warf alles nach vorne, gewann zweite Bälle und erspielte sich weitere Chancen, während Wülfrath zunehmend nur noch verteidigte. Die Gäste versuchten, das Ergebnis über die Zeit zu bringen, hatten jedoch Mühe, für Entlastung zu sorgen.

Als die Partie bereits in der Nachspielzeit war, setzte Mennrath zur letzten Aktion an. Nach einer Hereingabe blieb Torhüter Mykyta Kriukov vorne – und wurde tatsächlich zum Matchhelden. Am zweiten Pfosten stieg er hoch und köpfte den Ball in der sechsten Minute der Nachspielzeit zum viel umjubelten 3:3-Ausgleich ins Netz.

Trainer Marc Trostel zeigte sich nach dem Spiel hin- und hergerissen: „Wenn du in der 96. Minute noch den Ausgleich machst, musst du den Punkt natürlich mitnehmen. Gerade für die Moral kann das extrem wichtig sein.“ Gleichzeitig fand er deutliche Worte: „Wenn man das gesamte Spiel betrachtet, müssen wir das eigentlich gewinnen. Wir hatten genug Chancen und machen uns durch eigene Fehler das Leben schwer.“

Der späte Treffer könnte dennoch eine wichtige Wirkung entfalten. Mennrath bleibt durch das Remis über dem Strich und sendet im Abstiegskampf ein Signal. Vor allem die Moral und der unbedingte Wille, bis zur letzten Sekunde an sich zu glauben, könnten sich in den kommenden Wochen noch als entscheidender Faktor erweisen.

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