Archivfoto: Heiko van der Velden
Der SC Victoria Mennrath ist mit einem Ausrufezeichen in die neue Landesliga-Saison gestartet. Beim Oberliga-Absteiger SV Biemenhorst setzte sich die Mannschaft von Trainer Mike Schmalenberg nach Rückstand noch mit 3:1 (0:1) durch. Nach einer schwierigen ersten Halbzeit zeigte Mennrath nach dem Seitenwechsel ein völlig anderes Gesicht und drehte die Partie durch Paul Szymanski, Marko Mitrasinovic und Noah Kubawitz.
Dabei sah zunächst vieles nach einem erfolgreichen Start des Oberliga-Absteigers aus. Biemenhorst ging in der 23. Minute durch Jannis Schmitz mit 1:0 in Führung. Mennrath hatte in der ersten Halbzeit Probleme, sich gegen die Gastgeber zu behaupten. „Wir hatten in der ersten Halbzeit zu wenig Bewegung im eigenen Ballbesitz und haben uns relativ einfach anlaufen lassen“, analysierte Schmalenberg.
Nach dem Rückstand wurde es für die Gäste zunächst nicht einfacher. Mennrath leistete sich weitere Ballverluste und brachte Biemenhorst dadurch immer wieder ins Spiel. Mit dem knappen Rückstand ging es schließlich in die Pause.
Schmalenberg fand in der Kabine offenbar die richtigen Worte. Mennrath kam mit deutlich mehr Präsenz aus der Pause und war nun wesentlich konsequenter in den Zweikämpfen. „Wir hatten direkt nach dem Anstoß eine ganz andere Präsenz auf dem Platz und waren viel besser in den Zweikämpfen“, lobte der Trainer seine Mannschaft.
Der Lohn folgte in der 57. Minute. Paul Szymanski bekam den Ball auf der linken Seite, zog nach innen und suchte mit seinem starken rechten Fuß den Abschluss. Sein Schuss schlug präzise im langen Eck ein – 1:1.
Der Ausgleich gab Mennrath sichtbar Auftrieb. Die Gäste blieben nun am Drücker, mussten allerdings gleichzeitig immer wieder aufmerksam verteidigen. Biemenhorst kam vor allem bei hohen Bällen und Standardsituationen zu Möglichkeiten, doch Mennraths Defensive hielt stand.
„Wir haben viel verteidigt, aber richtig klare Torchancen des Gegners haben wir nicht zugelassen“, sagte Schmalenberg. Besonders Torwart Mykyta Kriukov habe dabei eine wichtige Rolle gespielt und bei hohen Bällen für Sicherheit gesorgt.
In der 74. Minute belohnte sich Mennrath schließlich für die starke zweite Halbzeit. Marko Mitrasinovic wurde auf der rechten Seite in Szene gesetzt, zog nach innen und schloss mit seinem linken Fuß präzise ins lange Eck ab. Aus dem 0:1 war ein 2:1 geworden.
Biemenhorst musste nun öffnen und Mennrath bekam weitere Räume. Die Gäste blieben konzentriert und lauerten auf die Entscheidung. Die fiel schließlich in der 87. Minute – und sorgte für das spektakulärste Tor des ersten Spieltages.
Noah Kubawitz bekam den Ball nach einem Ballgewinn im Mittelfeld. Weil der Torhüter von Biemenhorst weit vor seinem Tor stand, fasste sich Kubawitz ein Herz und zog aus mehreren Metern hinter der Mittellinie ab. Der Ball flog über den Schlussmann hinweg und schlug zum 3:1 unter der Latte ein.
Ein Treffer, der bereits jetzt beste Chancen auf die Auszeichnung zum „Tor des Monats“ haben dürfte – und bei dieser außergewöhnlichen Distanz sogar ein Kandidat für das „Tor des Jahres“ sein könnte.
Für den neuen Mennrather Trainer hätte der Saisonstart kaum besser laufen können. „Ich glaube, mit dem Ergebnis kann ich heute nicht zufriedener sein. Gegen einen Oberliga-Absteiger nach einem Rückstand in der zweiten Halbzeit drei Tore zu erzielen, spricht für die Arbeit in der Vorbereitung und für die Einstellung der Jungs“, sagte Schmalenberg.
Seine Mannschaft habe nach dem Seitenwechsel nicht nur spielerisch, sondern auch mental überzeugt. „Wir haben eine hohe Intensität reingelegt, sind aber diszipliniert geblieben und haben weiter auf unsere Chancen gelauert“, erklärte der Trainer.
Der 3:1-Erfolg ist damit zugleich ein erfolgreicher Einstand für Schmalenberg auf der Mennrather Trainerbank. Viel Zeit zum Feiern bleibt allerdings nicht: Bereits am Freitag wartet im Derby gegen die Sportfreunde 06 Neuwerk die nächste Aufgabe. „Heute genießen wir erstmal den Erfolg und nehmen ihn als Belohnung für die Vorbereitung mit“, sagte Schmalenberg.
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