Ketelaer mit Nationalspieler Liu Chengyu. Foto: Borussia Academy Shanghai
Seit einem Jahr ist Marco Ketelaer wieder zurück in China und führt seine Mission fort den Chinesischen Fußball zu unterstützen und talentierte Spieler zu fördern. Der Mönchengladbacher setzt dabei auf seine ganz eigene Art mit den ambitionierten Spielern zu arbeiten und bleibt seinen Prinzipien im Reich der Mitte treu.
Im Mittelpunkt seines Trainings stehen vor allem kleine Spielformen, die eine Vielzahl von Ballkontakten garantieren und auch auf reale Spielsituationen vorbereiten. Fernab von langweiligen stereotypen Übungen mit Hütchen, setzt Ketelaer auf Kreativität und spielnahen Lösungen.
Für chinesische Spieler eher ungewöhnlich, aber mit der Zeit nehmen sie mehr und mehr diese Art von Training an, hat der Deutsche Trainer festgestellt: „Oft beobachte ich bei den anderen Trainern, dass technische Übungen bis zum Exzess trainiert werden. Grundsätzlich ist es natürlich nicht verkehrt an seiner Technik zu feilen und die Basics zu stärken, aber genau das kann jeder auch für sich Zuhause machen. Im Teamtraining setze ich andere Schwerpunkte. Ich biete den Spielern die Möglichkeit sich auszuprobieren. Dabei dürfen sie auch Fehler machen. Ich zeige ihnen diese Fehler auf und gebe ihnen Lösungsmöglichkeiten. Die Spieler nehmen diese Hinweise an und mit der Zeit bekommen sie ein Gefühl für die jeweiligen Spielsituationen und treffen häufig gute Entscheidungen. Wichtig dabei ist, dass es nicht „die“ Lösung gibt, sondern der Spieler in der Lage ist, auf unterschiedliche Weise ans Ziel zu kommen.“
Genau das macht sich dann auch in den Spielen am Wochenende positiv bemerkbar. Schließlich geht es ja nicht nur darum, unter anderem einen Ball perfekt an- und mitzunehmen, sondern Fußball bleibt ein Ergebnissport.
Auch das findet sich bei Ketelaers Auffassung über Jugendfußball wieder: „Die Kinder mögen den Wettbewerb und möchten sich mit anderen messen. Es gibt einem ein gutes Gefühl einen Ball als Torwart abgewehrt zu haben, ein Tor zu erzielen oder am Ende mit seinen Teamkameraden erfolgreich vom Platz zu gehen. Natürlich kann es maximal immer nur ein Siegerteam geben und man verliert auch mal. Es ist wichtig auch diese Erfahrungen zu machen und zu lernen damit umzugehen. Das ist im Leben genauso.“ Offensichtlich haben die Spieler der Borussia Academy Gefallen daran gefunden, als Team erfolgreich zu sein. Zumindest spiegelt sich das in den Resultaten wieder. Das ist auch dem Trainer nicht entgangen: „Ich freue mich für die Spieler, wenn sie nach einem Sieg strahlen. Mit der Zeit sind sie offenbar auf den Geschmack gekommen und sind sehr engagiert bei der Sache. Diese, ich sage mal Gewinnermentalität, überträgt sich dann auch auf andere Lebensbereiche.“
Ketelaers Arbeit wird jedenfalls sehr geschätzt. Das macht sich vor allem bei den steigenden Anmeldezahlen der Akademie bemerkbar. Die Art und Weise des Trainings kommt an, den Kindern macht es offensichtlich sehr viel Spaß und der damit verbundene Erfolg erzeugt auch eine entsprechende Wirkung. Darüber hinaus ist auch eine Nachfrage an individuellem Training entstanden. Insofern es der Wochenplan zulässt, kümmert sich Ketelaer nun auch gezielt um die Toptalente.
Sogar der chinesische Nationalspieler Liu Chengyu vom Topklub Shanghai Shenhua, eines der vielversprechenden Talente Chinas, absolvierte ein Training mit dem Deutschen und in der Zukunft ist eine intensivere Zusammenarbeit geplant. Der 19-jährige spielte am vergangenen Freitag noch mit dem Nationalteam gegen den Deutschen WM-Gegner Curacao, Endergebnis übrigens 2:0. China ist bekanntlich nicht für die WM qualifiziert.
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