Der ASV Süchteln steht am Sonntag (15 Uhr) vor einer Aufgabe, die Trainer Volker Hansen keineswegs auf die leichte Schulter nimmt. Der Landesligist gastiert bei den Sportfreunden Neuwerk. Nach sechs Spieltagen liegt Süchteln mit zehn Punkten auf dem sechsten Tabellenplatz, Neuwerk hat sechs Zähler gesammelt und steht auf Rang 14. Allmählich beginnt damit die Phase der Saison, in der sich erste Tendenzen in der Tabelle erkennen lassen.
„Aktuell sind wir zufrieden. Wir haben zehn Punkte, das ist ordentlich“, sagt Hansen. Einen weiteren Schritt möchte seine Mannschaft nun in Neuwerk machen. Den Aufsteiger schätzt der Trainer allerdings als unangenehmen Gegner ein.
Auf den Aufsteiger hält Hansen einiges. Neuwerk werde von Dony Karaca gut eingestellt und verfüge über eine Mannschaft, die defensiv kompakt stehe und nach Ballgewinnen schnell nach vorne spiele. Auch die Entwicklung des Vereins in den vergangenen Jahren sei bemerkenswert. „Das ist eine homogene Truppe, die man nicht unterschätzen darf“, sagt Hansen.
Dass in der Landesliga jeder jeden schlagen kann, haben die vergangenen Wochen aus Sicht des Süchtelner Trainers gezeigt. „Wir können uns nicht erlauben zu sagen, wir spielen mit 80 Prozent oder fahren zu einem Aufsteiger und gewinnen schon“, betont Hansen. Seine Mannschaft müsse über die gesamte Spielzeit konzentriert und diszipliniert auftreten. Gerade in dieser ausgeglichenen Liga können Kleinigkeiten über den Ausgang einer Partie entscheiden. Süchteln möchte deshalb möglichst schnell weitere Punkte sammeln, um sich in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen.
Ein Thema beschäftigt den Trainer dabei besonders: die zunehmende Zahl an Platzverweisen. Zuletzt musste Bora Kat beim 4:0 gegen den Oberliga-Absteiger SV Biemenhorst kurz nach seiner Einwechslung mit Rot vom Feld. Es war bereits der dritte Platzverweis für Süchteln in jüngerer Vergangenheit. Kat wurde für drei Meisterschaftsspiele gesperrt.
„Mich stören diese Platzverweise schon ein bisschen“, sagt Hansen. Seiner Mannschaft müsse es gelingen, in solchen Situationen besser abzuwägen, was sie mit einem Zweikampf überhaupt erreichen könne. Wenn der Ball bereits weg sei oder kein wirklicher Vorteil mehr entstehen könne, müsse man nicht mehr „all-in“ gehen. „Da schaden wir uns als Mannschaft selber“, sagt Hansen. Dass Süchteln zuletzt auch in Unterzahl gute Leistungen gezeigt und gegen Biemenhorst einen deutlichen Sieg eingefahren hat, nimmt Hansen positiv zur Kenntnis. Dennoch müsse das Thema schnellstmöglich abgestellt werden. Für den Trainer geht es dabei nicht nur um die fehlenden Spieler, sondern auch darum, unnötige Unruhe während der Spiele zu vermeiden.
Im Kreispokal zeigte sich Süchteln unter der Woche ebenfalls torhungrig und setzte sich am Dienstagabend beim TuS Wickrath mit 6:1 durch. Für Hansen ist das ein weiterer positiver Eindruck vor dem Ligaspiel. Entscheidend wird am Sonntag aber erneut die nötige Konzentration sein.
Personell gibt es einige Veränderungen. Bora Kat steht aufgrund seiner Sperre nicht zur Verfügung. Luca Polanski und Janpeter Zaum kehren dagegen nach ihren Sperren zurück. Lars Prigge dürfte nach einem anstehenden zahnmedizinischen Eingriff nicht zur Verfügung stehen. Lennart Mehler fällt weiterhin aus.
Süchteln will in Neuwerk den nächsten Schritt machen und seine bislang ordentliche Ausbeute weiter ausbauen. Doch Hansen weiß, dass dafür mehr als nur ein guter Auftritt nötig sein wird. „Wir wollen weiter Punkte sammeln – im Idealfall natürlich drei“, sagt der Trainer. Dafür müsse seine Mannschaft von der ersten bis zur letzten Minute hellwach sein. Denn gerade gegen einen gut organisierten Aufsteiger können wenige unkonzentrierte Momente reichen, um das Spiel aus der Hand zu geben. Der ASV ist entsprechend gewarnt – und hat zugleich die Chance, mit einem Erfolg den Kontakt zur Spitzengruppe zu halten.
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