Foto: Heiko van der Velden
Die VSF Amern stehen im Viertelfinale des Kreispokals Kempen-Krefeld. Beim Hülser SV setzte sich der Landesligist mit 1:0 durch. Nach einer lange ausgeglichenen Partie wurde es in der Schlussphase noch einmal turbulent. Torhüter Ilyas El Edghiri hielt gleich zwei Elfmeter und wurde damit zum entscheidenden Rückhalt für die Amerner.
In der ersten Halbzeit fanden beide Mannschaften nur schwer zu ihrem Rhythmus. Große Torchancen blieben zunächst aus, Amern hatte Probleme, sich gegen die Hülser Defensive entscheidend durchzusetzen. Kurz vor der Pause wurde es erstmals gefährlich: Kaito Kajitani brachte den Ball von rechts in den Strafraum, Luca Dorsch kam zum Abschluss. Sein Versuch wurde jedoch über das Tor zur Ecke geklärt.
Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie etwas mehr Fahrt auf. Amern kam nun häufiger in aussichtsreiche Positionen und hatte in der 65. Minute Pech. Hajime Yokota zog aus rund 25 Metern ab, der Ball traf jedoch nur die Latte.
Die Führung ließ anschließend nicht lange auf sich warten. Kajitani flankte an den langen Pfosten, Jonathan Herting-Lopez legte den Ball per Kopf zurück und Anas Lambrabti köpfte zum 1:0 ein.
Amern verpasste es danach, für eine frühzeitige Entscheidung zu sorgen. Herting-Lopez hatte in der Schlussphase gleich zweimal die Möglichkeit, den Vorsprung auszubauen.
Das sollte sich wenig später rächen. In der 74. Minute zeigte der Schiedsrichter nach einer Szene im Amerner Strafraum auf den Punkt. Trainer Dennis Homann war mit der Entscheidung nicht einverstanden. Aus seiner Sicht hatte El Edghiri zunächst den Ball vom Fuß des Hülser Angreifers gespielt. „Der erste Elfmeter ist keiner“, sagte Homann.
Roman Potapov trat dennoch an, scheiterte aber an El Edghiri. Der Torhüter parierte auch den Nachschuss und verhinderte damit den Ausgleich.
Hüls erhöhte anschließend den Druck. In der 85. Minute rettete für Amern der Pfosten. Zwei Minuten später gab es erneut Strafstoß für die Gastgeber, diesmal nach einem Foulspiel von Louis Uhling. Jakob Dohmen übernahm die Verantwortung, doch wieder blieb El Edghiri Sieger.
Die beiden Strafstöße brachten Amern nach Ansicht Homanns etwas aus dem Konzept. „Dann lassen wir uns vielleicht ein bisschen zu sehr verunsichern“, sagte der Trainer. Gleichzeitig sah er auch unabhängig davon Verbesserungsbedarf im Abwehrverhalten. Gleich zweimal habe seine Mannschaft einem Hülser Spieler im Strafraum zu viel Raum gelassen. „Im Sechzehner kann ich keinen frei drehen lassen auf dem starken Fuß und aufs Tor schießen lassen. Das geht nicht“, stellte Homann klar.
Trotz der schwierigen Schlussphase wollte der Amerner Trainer das Positive mitnehmen. Sieben Spieler, die am vergangenen Freitag nicht in der Startelf gestanden hatten, kamen diesmal von Beginn an zum Einsatz. Damit konnte Homann seinem Kader zusätzliche Spielpraxis verschaffen und zugleich einige Akteure schonen.
„Man nimmt mit, dass viele Spieler Spielzeit bekommen haben, die zuletzt vielleicht nicht so viel gespielt haben“, sagte Homann. Auch wenn die Leistung nicht über die gesamte Spielzeit überzeugte, erfüllte die Partie damit zumindest einen wichtigen Zweck.
Am Ende zählte ohnehin vor allem das Weiterkommen. „Am Ende schießen wir ein Tor mehr als der Gegner“, sagte Homann. Für ein Pokalspiel sei das entscheidend. „Im Pokal reicht das vielleicht so, um eine Runde weiterzukommen.“
Amern steht damit im Viertelfinale des Kreispokals. Zudem kam die Mannschaft ohne Verletzungen durch die Partie. Nun richtet sich der Blick wieder auf die Landesliga. Bereits am Sonntag wartet im heimischen Rösler-Stadion eine schwere Aufgabe: Dann ist Tabellenführer VfB Speldorf zu Gast.
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