Im Fußballkreis Kempen-Krefeld sorgt eine Neugründung für Aufmerksamkeit: Mit dem 1. FC HUS entsteht ein Verein, der nicht nur sportlich ambitioniert ist, sondern auch strukturell direkt hohe Maßstäbe setzt. Initiator ist der Unternehmer Almir Husejnovic, der sich mit dem Projekt einen lang gehegten Wunsch erfüllt.
„Ich wollte schon immer einen eigenen Verein gründen“, erklärt Husejnovic. Lange habe ihm dafür die Zeit gefehlt, da er beruflich stark eingebunden gewesen sei. „Ich habe das die letzten Jahre immer wieder aufgeschoben. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen.“ Mit dem Schritt zieht sich der 41-Jährige auch ein Stück weit aus seiner aktiven Spielerkarriere zurück – ganz verzichten will er auf den Platz allerdings nicht: Husejnovic plant, selbst Teil des Teams zu sein.
Der Vereinsname ist dabei kein Zufall. Die Verbindung zum Unternehmen Auto HUS Nettetal ist offensichtlich und zugleich Grundlage für die ambitionierten Rahmenbedingungen. Dank eines breiten Netzwerks an Sponsoren konnte der Klub bereits vor dem ersten Pflichtspiel eine außergewöhnlich umfangreiche Ausstattung sichern. „Die Jungs sind von A bis Z ausgestattet – das hat teilweise nicht einmal eine Oberligamannschaft“, betont Husejnovic.
Auch in sportlicher Hinsicht stellt sich der neue Verein früh klar auf. Mit Neki Loga, der zuletzt bei Blau-Weiß Meer Mönchengladbach tätig war, ist die Trainerfrage bereits geklärt. Die Zusammenarbeit basiert dabei nicht zuletzt auf einem langjährigen persönlichen Vertrauensverhältnis.
Der Kader nimmt ebenfalls konkrete Formen an und ist nahezu vollständig zusammengestellt. Geplant ist ein Aufgebot von rund 20 Spielern inklusive zweier Torhüter. Auffällig ist die gezielte Zusammenstellung: Neben mehreren Akteuren mit Erfahrung aus höheren Spielklassen setzt der Klub bewusst auf entwicklungsfähige Talente.
Zu den erfahrenen Spielern gehören unter anderem Vensan Klicic (SSV Grefrath), der bereits in Ober- und Landesliga aktiv war, sowie Elvedin Kaltak (ASV Süchteln). Gleichzeitig sollen jüngere Kräfte wie Leon Theißen für Dynamik sorgen. Ergänzt wird das Aufgebot durch weitere Spieler aus der Region, darunter Zacharie Mohammed Ztoti, Lorik Rashkaj, Patrick Hinz, die Brüder Veli und Salih Keskin sowie Frank Beyen, der zuletzt in Hinsbeck spielte. Für die Position im Tor ist unter anderem Sebastian Grund vorgesehen, der zuvor bei Fortuna Dilkrath aktiv war.
Dass viele Spieler den Weg zum 1. FC HUS gefunden haben, liegt auch an der persönlichen Verbindung zu Husejnovic. „Das sind alles Leute, die ich seit Jahren kenne – viele sind auch Kunden von mir“, sagt er. Dieses Vertrauensverhältnis habe den Ausschlag gegeben.
Sportlich formuliert der Gründer klare Ziele: „Die Mannschaft sollte in den ersten drei Jahren Richtung Bezirksliga marschieren.“ Das sei das Minimum, betont Husejnovic – wohl wissend, dass der Weg dorthin kein Selbstläufer wird. „Wir müssen uns erstmal finden. Viele gute Spieler bedeuten nicht automatisch eine funktionierende Mannschaft.“
Auch im Umfeld stößt das Projekt auf Interesse. Routinier Frank Beyen sieht die Aufgabe als reizvolle Herausforderung: „Ein neuer Verein ist immer etwas Besonderes. Vielleicht kann ich noch ein, zwei Jahre spielen und danach den Klub in anderer Funktion unterstützen.“
Die Vorbereitung läuft bereits. Erste Testspiele sind geplant, zudem steht ein Turnier in Boisheim auf dem Programm. Der Pflichtspielstart erfolgt voraussichtlich Mitte August.
Mit klaren Strukturen, einem ambitionierten Kader und starker finanzieller Basis will der 1. FC HUS von Beginn an ein ernstzunehmender Faktor im Amateurfußball der Region werden. Ob der schnelle Durchmarsch gelingt, wird sich zeigen – die Voraussetzungen dafür sind jedoch geschaffen.
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