Foto: Rheydter SV
Der Rheydter SV ist zurück in der Bezirksliga. Mit einem souveränen 6:0-Erfolg bei der SpVg Odenkirchen II machte die Mannschaft am 2. Mai den Aufstieg vorzeitig perfekt. Für Trainer Arian Gerguri und Co-Trainer Karsten Waniek ist der Erfolg das Ergebnis monatelanger Arbeit – und einer Mannschaft, die in dieser Saison mental gereift ist. Im gemeinsamen Gespräch blickt das Trainerduo auf eine außergewöhnliche Spielzeit zurück.
Schon früh war intern klar, wohin die Reise gehen sollte. Nach außen hielt sich der RSV zwar bewusst zurück, innerhalb der Mannschaft war das Ziel aber eindeutig. „Wir sind ein Jahr vorher im Winter zusammengekommen und haben die Rückrunde genutzt, um uns einzuspielen und kennenzulernen“, erzählt Gerguri. „Als wir dann in die Vorbereitung gegangen sind, wollten wir eine sehr gute Rolle spielen. Nach außen haben wir das Thema Aufstieg nicht groß formuliert, aber intern war das natürlich unser Ziel.“
Ein entscheidender Moment sei früh gekommen. Besonders der Pokalerfolg gegen Süchteln habe der Mannschaft zusätzliches Selbstvertrauen gegeben. „Da hat die Saison richtig Fahrt aufgenommen“, sagt Gerguri. „Danach hat vieles noch besser funktioniert.“
Von dort an entwickelte sich der RSV zu einer der konstantesten Mannschaften der Liga. Viele Spiele wurden deutlich gewonnen, häufig mit drei oder vier Toren Unterschied. Vor allem die Mentalität imponierte dem Trainerteam. „Vom Mindset her sind wir die gesamte Saison auf Kurs geblieben“, erklärt Waniek. „Die Jungs sind in jedem Spiel an ihre Grenzen gegangen. Man hat gemerkt, dass sie unbedingt erfolgreich sein wollten.“
Trotz der Dominanz sei der Druck mit zunehmender Tabellenführung automatisch gewachsen. „Wenn du Woche für Woche oben stehst, entsteht dieser Druck von allein“, sagt Gerguri. „Dann weißt du irgendwann: In zwei Wochen könntest du aufsteigen, vielleicht schon nächste Woche. Das macht natürlich etwas mit einer Mannschaft.“
Anmerken ließ sich die Mannschaft das allerdings nur selten. Selbst nach Rückschlägen blieb der RSV stabil. Die wilde 5:6-Niederlage in Rheindahlen bezeichnet Gerguri rückblickend sogar als wichtigen Moment. „Da haben wir im Training noch einmal ganz klar angesprochen, woran wir arbeiten müssen. Diese Niederlage hat uns nochmal wachgerüttelt.“
Auch im Pokal sorgte der RSV für Aufsehen. Besonders emotional blieb das Viertelfinale gegen die Sportfreunde Neersbroich in Erinnerung, als die Mannschaft einen Rückstand noch drehte. „Das war ein Spiel mit unglaublich viel Energie“, erinnert sich Gerguri. „Wir haben zweimal zurückgelegen und das Ding trotzdem noch gewonnen.“
Überschattet wurde die Saison allerdings auch von Verletzungssorgen. Vor allem der Kreuzbandriss von Defensivspieler Nils Schleszies traf das Team hart. „Er hat ein überragendes Spiel gemacht und sich dann leider schwer verletzt“, sagt Gerguri. „Das war brutal bitter für uns alle.“
Dass die Mannschaft dennoch weiter funktionierte, führen beide Trainer vor allem auf den starken Zusammenhalt zurück. Die Rollen innerhalb des Trainerteams seien dabei bewusst nicht streng verteilt. „Das ist kein Tennis, sondern Fußball“, sagt Gerguri mit einem Lächeln. „Vier Augen sehen mehr als zwei.“
Taktikbesprechungen, Videoanalysen und Trainingseinheiten werden gemeinsam vorbereitet. Waniek bringt dabei eigene Ideen und Impulse ein. „Wir teilen die Gruppen oft unterschiedlich auf und wechseln immer wieder“, erklärt der Co-Trainer. „Dadurch bleibt die Intensität hoch und die Mannschaft bekommt verschiedene Eindrücke.“
Dass beide auch menschlich harmonieren, merkt man schnell. Gerguri spricht mehrfach davon, wie wichtig ihm die gemeinsame Arbeit mit Waniek ist. Deshalb wollte er auch das Interview bewusst nicht allein führen. „Ich finde es einfach charmanter, wenn wir das zusammen machen“, sagt er.
Der Aufstieg selbst wurde schließlich in Odenkirchen perfekt gemacht. Große Nervosität habe die Mannschaft vor dem Spiel aber nicht gezeigt. „Wir wussten: Wenn es heute nicht klappt, dann eben nächste Woche“, erzählt Waniek. „Diesen extremen Druck hatten wir deshalb nicht.“
Ganz ohne Vorbereitung auf die Feierlichkeiten lief der Abend trotzdem nicht ab. „Die Jungs hatten tatsächlich schon Essen bestellt“, erzählt Gerguri lachend. „Die wollten danach natürlich feiern.“
Nach dem klaren 6:0-Erfolg durfte die Mannschaft dann endlich jubeln – über eine Saison, in der der Rheydter SV sportlich wie mannschaftlich gewachsen ist.
In der Bezirksliga will der RSV nun Schritt für Schritt ankommen. Große Sprüche gibt es weiterhin nicht. „Das erste Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt“, sagt Waniek. „Wir wollen die Euphorie mitnehmen und uns in der Liga etablieren.“
Ein schwerer Verlust steht allerdings schon fest: Kapitän Kevin Adrovic wird den Verein aus beruflichen Gründen verlassen. „Er war auf und neben dem Platz ein absoluter Leader“, sagt Gerguri. „So jemanden ersetzt man nicht einfach.“
Trotzdem blickt man beim Rheydter SV optimistisch nach vorne. Nach einer Saison voller Emotionen, Rückschläge und großer Momente scheint der Verein bereit für das nächste Kapitel.
Einen großen Dank richten Gerguri und Waniek abschließend an den gesamten Staff um Torwarttrainer Timo Böcken, Betreuerin Jasmin Yamaç, Teammanager Fabian Bohlen, Fitnesstrainer Xhevat Kastrati sowie den sportlichen Leiter Markus Horsch. „Jeder Einzelne hat seinen Beitrag zum Aufstieg geleistet.“
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