Foto: Heiko van der Velden
TIV Nettetal ist dem direkten Wiederaufstieg in die Kreisliga A einen großen Schritt näher gekommen. Nach dem 2:2 im ersten Relegationsspiel gegen den SuS Krefeld setzte sich die Mannschaft von Trainer Deniz Metin und Sezai Özcan am Sonntag mit 3:0 gegen den KTSV Preussen Krefeld durch und hat damit die beste Ausgangsposition im Rennen um den letzten freien Platz in der Kreisliga A.
Allerdings spiegelt das Ergebnis die tatsächlichen Kräfteverhältnisse nur bedingt wider. Preussen befand sich am Wochenende auf Mannschaftsfahrt und trat stark ersatzgeschwächt an. In der Startformation standen lediglich zwei Stammspieler, dazu sechs weitere Akteure aus dem regulären Kader. Den Rest des Aufgebots füllten Spieler aus den Alten Herren, zweiter Mannschaft und der A-Jugend auf. Seit Sonntagabend ist die Mannschaft jedoch zurück, sodass Preussen am Mittwoch beim SuS Krefeld wieder deutlich stärker besetzt antreten könnte.
Die Nettetaler erledigten ihre Aufgabe dennoch souverän. Nach torloser erster Halbzeit brachte der eingewechselte Idris Oktay sein Team in Führung (53.). Joanis Parigoridis erhöhte auf 2:0 (59.), ehe Asrin Ali Yilmaz in der Nachspielzeit den 3:0-Endstand herstellte (90.+3).
Damit kann TIV bereits am Mittwochabend den Aufstieg perfekt machen – ohne selbst auf dem Platz zu stehen. Dann empfängt der SuS Krefeld den KTSV Preussen Krefeld zum letzten Spiel der Relegationsrunde.
Gewinnt Preussen oder spielt Unentschieden, steht TIV als Aufsteiger fest. Gewinnt hingegen der SuS Krefeld – unabhängig von der Höhe des Erfolges –, kommt es am Sonntag um 15 Uhr auf neutralem Platz in Oppum zu einem Entscheidungsspiel zwischen dem SuS Krefeld und TIV Nettetal.
Dass die Tordifferenz keine Rolle spielt, begrüßt Deniz Metin. „Ich finde es gut, dass es nicht um die Tordifferenz geht. Sonst könnte sich eine Mannschaft am letzten Spieltag darauf einstellen und entsprechend auf möglichst viele Tore spielen“, sagt der Trainer.
Für TIV wäre der Aufstieg die Krönung einer bemerkenswerten Saison. Vor einem Jahr stieg der Verein mit 39 Punkten aus der Kreisliga A ab. Zum Klassenerhalt fehlte lediglich ein Punkt. Besonders bitter: Der VSF Amern II zog seine Mannschaft erst während der Vorbereitung auf die aktuelle Saison aus der Kreisliga A zurück.
Auch in dieser Saison fehlte den Nettetalern nur ein Zähler. Mit 73 Punkten musste TIV als Tabellenzweiter in die Relegation, während SuS Schaag mit 74 Punkten direkt aufstieg.
„Letztes Jahr sind wir wegen eines Punktes abgestiegen, dieses Jahr sind wir wegen eines Punktes nicht direkt aufgestiegen und müssen die Relegation spielen“, sagt Metin. „Gut, dass es die Relegation gibt.“
Ob der ersehnte Wiederaufstieg bereits am Mittwochabend feststeht oder erst am Sonntag entschieden wird, haben die Nettetaler nun nicht mehr selbst in der Hand. TIV kann zunächst nur zuschauen – und vielleicht schon vom Sofa aus den Sprung zurück in die Kreisliga A feiern.
Deniz Metin blickt daher insgesamt stolz auf die Entwicklung seiner Mannschaft. „Die Jungs wollten über die ganze Saison unbedingt aufsteigen. Aber auch wenn wir es nicht schaffen sollten, wäre die Mannschaft zusammengeblieben. Wir haben eine eingeschworene Truppe“, sagt der Trainer. Für die kommende Saison sei der Verein zudem bereits in den Planungen. „Wir werden uns mit vier oder fünf Spielern verstärken, dazu kommen wieder junge Talente zurück. Vom Kader her werden wir noch stärker sein – egal ob in der A- oder in der B-Liga.“
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