Oberliga: Lukas Hartmann – „Die Union-DNA hätte ich mir früher in Reutlingen gewünscht“

Foto: Heiko van der Velden

Lukas Hartmann gehört nicht nur mit seinen 30 Jahren zu den erfahrensten Spielern beim SC Union Nettetal. Mit 185 Spielen für den SSV Reutlingen in der Oberliga Baden-Württemberg hat der gelernte Innenverteidiger auch mit Abstand die meisten Oberligaspiele auf dem Konto. Hinzu kommen 36 Spiele in der Verbandsliga für die TSG Tübingen.

Die Reutlinger spielten bis zum Ende der Saison 2003/04 für einige Jahre in der 2. Bundesliga und hatten in dieser Zeit u.a. Ex-Nationalspieler Simon Rolfes unter Vertrag. Auch Nico Frommer, der einst für Borussia Mönchengladbach in der zweiten Liga auflief, gehörte dem damaligen Zweitligateam des Vereins an.

„Die Union-DNA hätte ich mir früher in Reutlingen gewünscht. Aus dem vorhandenen Potenzial eine gute Einheit und gemeinsame Basis mit einem Trainer schaffen, der schon lange da ist. Das gab es damals in Reutlingen nicht“, sagt Hartmann. Obwohl er über acht Jahre in der Oberliga für den ehemaligen Profiverein auflief, fehlte es ihm dort an Kontuinität. „In dieser Zeit hatte ich locker acht Trainer“, erinnert sich Hartmann zurück. Nach seiner Aussage wäre dann auch mehr wie die Oberliga drin gewesen. Zum Vergleich – Nettetals Trainer Andreas Schwan geht aktuell bereits in seine siebte Saison beim SCU.

Große Unterschiede sieht er in den beiden Oberligen nicht. Bei einer Sache musste er sich dann aber doch umstellen, und zwar auf den Spieluntergrund. Während die Nettetaler im Stadion auf ihrem Hauptplatz auf Kunstrasen spielen, spielte er mit seinem Ex-Verein ausschließlich auf Naturrasen. „Es gab immer nur Rasen für uns. Auf Kunstrasen ist das Spiel oft etwas schneller und deswegen ist es oftmals hier oben gegen die „Kleineren“ schneller. Bei Union auf Kunstrasen ist es ein anderes Spiel“, sagt Hartmann, der sich zumindest bei seinem einjährigen Gastspiel beim Bezirksligisten SSV Grefrath schon einmal an das neue Spielfeld gewöhnen konnte. „Das war schon mal ganz gut“, wie Hartmann sagt.

Das Ganze habe aber weniger was damit zu tun, dass es in Baden-Württemberg weniger Kunstrasenplätze gibt, sondern eher mit dem Zuschaueraufkommen bei Spielen des SSV Reutlingen. „Wir hatten bis 2013 im Schnitt in der Oberliga 1.000 Zuschauer“, erklärt Hartmann. Hinterher sei die Zahl auf 700 abgeflacht. Das eigene Stadion an der Kreuzeiche in Reutlingen umfasst dabei 15.228 Plätze. Nettetal trägt seine Heimspiele dagegen im Schnitt von ca. 200 Zuschauern aus. Am 28. Spieltag dürfte die Zahl im März allerdings deutlich nach oben schwellen, dann kommt nämlich der KFC Uerdingen an die Christian-Rötzel-Kampfbahn.

Hartmann erinnert sich an seine Zeit immer noch gerne an die Derbys gegen die Stuttgarter Kickers oder SSV Ulm zurück. „Das größte Derby war aber 2015. Da haben wir den Württembergischen Verbandspokal gewonnen und durfte in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen den Karlsruher SC spielen“, sagt Hartmann, der bei diesem Spiel vor 8.166 Zuschauern über die vollen 90 Minuten gegen den Zweitligisten zum Einsatz kam. 

„Wir schätzen Lukas nicht nur aufgrund seiner fußballerischen Qualität, sondern auch als Typ. Er ist kommunikativ und ein echter Teamplayer, der sich immer in den Dienst der Mannschaft stellt“, sagt Trainer Andreas Schwan. Ob Hartmann allerdings am Sonntag beim Auswärtsspiel gegen den SV Sonsbeck mit dem SC Union Nettetal zum Einsatz kommt, ist eher fraglich. Seit letzter Woche ist der Defensivspieler nämlich krankgeschrieben und hofft daher schnellstmöglich wieder zum Team dazuzustoßen.

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