Der Ball rollt zu früh: Hallenturniere verlieren an Reiz

Archivfoto: Heiko van der Velden

Die Hallenturniere in der Region verlieren in diesem Jahr weiter an Bedeutung – zumindest aus Sicht vieler Trainer. Grund dafür ist vor allem der ungewöhnlich frühe Start in den Ligabetrieb. Bereits ab der Kreisliga A rollt der Ball wieder am 1. Februar, vereinzelt sind sogar schon Spiele für den 30. Januar angesetzt. Die kurze Winterpause zwingt viele Vereine dazu, klare Prioritäten zu setzen – und diese liegen zunehmend auf der Vorbereitung für die Rückrunde unter freiem Himmel.

Diese Entwicklung war bereits bei den Stadtmeisterschaften zu beobachten. Bei der Hallenstadtmeisterschaft in Nettetal traten mit dem SC Union Nettetal und dem TV Lobberich gleich zwei Mannschaften nicht an. In Schwalmtal sagten zudem der SC Niederkrüchten, die TSF Bracht und die DJK Oberkrüchten ihre Teilnahme ab. Die Folge: In Schwalmtal wurde das Turnier lediglich mit einer Fünfergruppe im Modus „jeder gegen jeden“ ausgetragen. Auch in Nettetal spielten sieben Mannschaften ohne Zwischenrunde im Jeder-gegen-jeden-Modus.

Ein ähnliches Bild zeigte sich bei der Hallenstadtmeisterschaft in Viersen. Dort nahmen insgesamt sieben Teams teil, nachdem die SG Dülken auf eine Teilnahme verzichtet hatte. Trotz der überschaubaren Teilnehmerzahl entschieden sich die Verantwortlichen für einen Turniermodus mit zwei Gruppen und anschließenden Finalspielen, um den sportlichen Charakter der Veranstaltung zu wahren.

Trotz guter Platzierungen bei den Stadtmeisterschaften und damit verbundener Qualifikation für das Masters verzichten mehrere Vereine bewusst auf eine Teilnahme. Die Gründe ähneln sich.

„An der Hallenstadtmeisterschaft haben wir in diesem Jahr bewusst nicht teilgenommen, da die Wintervorbereitung sehr kurz ist und wir in der Hinrunde personell stark auf dem Zahnfleisch gelaufen sind. Zwischen der Stadtmeisterschaft am 11. Januar und dem Rückrundenstart am 1. Februar liegen lediglich 20 Tage – im vergangenen Jahr waren es noch 33 Tage“, erklärt der Sportliche Leiter Nico Zitzen vom SC Union Nettetal.

„Grundsätzlich ist es uns ein großes Anliegen, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen. Neben dem Brüggener Burgpokal im Sommer gehört die Hallenstadtmeisterschaft im Winter für uns zu den festen Pflichtterminen, sofern es die Terminierung und die personelle Situation zulassen. Mit Blick auf unsere Erfahrungen aus der Hinrunde können wir uns aktuell keinen verletzten Spieler erlauben“, fügt Zitzen weiter an, der aufgrund der personellen Situation in der Hinrunde selbst wieder die Fußballschuhe für den Landesligisten schnüren musste.

Patrick Biercher, Trainer des SC Niederkrüchten, erklärt: „Aufgrund der sehr kurzen Winterpause und des frühen Rückrundenstarts liegt unser Fokus klar auf der Vorbereitung für die Liga. Mit Blick auf unseren aktuell noch recht knappen Kader wollten wir kein unnötiges Verletzungsrisiko eingehen und haben auf die Teilnahme bei der Schwalmtalmeisterschaft verzichtet.“

Ähnlich äußerte sich bereits im Vorfeld Trainer Willi Kehrberg vom Landesligisten VSF Amern mit Blick auf die Schwalmtalmeisterschaft und ein mögliches Masters-Turnier: „Wenn man mitmacht, muss man vernünftig spielen – aber unsere Prioritäten liegen woanders. Wir haben früh wichtige Ligaspiele, da ist das Risiko einfach zu groß. Das Masters werden wir unabhängig vom Verlauf nicht spielen. Uns geht es nicht darum, dieses Turnier zu gewinnen. Wichtig ist, dass wir das Turnier harmonisch über die Bühne bringen und danach keine Verletzten oder Sperren haben.“

Auch Marc Trostel, Trainer des SC Victoria Mennrath und Sieger der Hallenstadtmeisterschaft in Mönchengladbach, verzichtet mit seinem Team auf das Masters. „Die Prioritäten liegen nicht zwingend in der Halle. Wir werden das Masters nicht spielen, weil der Termin zeitlich ungünstig ist. Wir sind da mitten in der Vorbereitung. Wir starten am 1. Februar in der Liga, da passt die Halle nicht optimal rein. Unsere Prioritäten liegen für uns draußen“, so Trostel.

Das Fazit fällt deutlich aus: Das Teilnehmerfeld für das Masters zusammenzustellen wird von Jahr zu Jahr herausfordernder. Vorrangig steht für viele Vereine der Ligabetrieb im Fokus, der ab der Kreisliga A bereits am 1. Februar startet. Teilweise sind Ligaspiele sogar schon auf den 30. Januar terminiert. Angesichts der kurzen Vorbereitungszeit möchten viele Trainer kein Risiko eingehen und schonen ihre Spieler in der Halle. Dennoch gelang es den Verantwortlichen durch die Vergabe mehrerer Wildcards, sowohl bei den Herren als auch bei den Frauen ein attraktives Teilnehmerfeld zusammenzustellen – auch wenn der Stellenwert der Hallenturniere weiter im Wandel ist.

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