Roland Garnschröder im Dress des SC Union Nettetal. Nach seinem Abschied beim SC Schiefbahn II ist der erfahrene Trainer offen für eine neue Aufgabe. Foto: Heiko van der Velden
Mit Platz 13 hat der SC Schiefbahn II die Saison in der Kreisliga B abgeschlossen. Nach 28 Spielen standen für die Mannschaft 21 Punkte, sechs Siege, drei Unentschieden und 19 Niederlagen bei einem Torverhältnis von 49:107 zu Buche. Sportlich verlief die Spielzeit schwierig, dennoch hatte das Team frühzeitig nichts mehr mit dem Abstieg zu tun.
Nicht mehr dabei sein wird in der kommenden Saison Trainer Roland Garnschröder. Der Coach und der Verein gehen nach nur einem Jahr getrennte Wege. Für den erfahrenen Fußballlehrer, der unter anderem als Co-Trainer des SC Union Nettetal in der Oberliga tätig war, ist damit vorerst eine Station zu Ende. An einen Rückzug denkt er jedoch nicht.
„Der Akku ist voll“, sagt Garnschröder. „Die letzten Stationen der vergangenen Jahre – von der Oberliga bis zur Kreisliga – haben mir ein gutes Paket mitgegeben. Wenn sich etwas ergibt, höre ich mir das gerne an.“
Dabei blickt der Trainer auf eine Saison zurück, die von personellen Problemen geprägt war. Mit einem rund 30 Spieler umfassenden Kader war Schiefbahn II in die Vorbereitung gestartet. Schon nach wenigen Wochen schrumpfte das Aufgebot jedoch deutlich. „Nach kurzer Zeit waren wir nur noch bei etwa 20 Spielern. Viele hatten vor der Saison zugesagt, standen dann aber aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr regelmäßig zur Verfügung“, erklärt Garnschröder.
Besonders die Trainingsbeteiligung bereitete dem Trainerteam Sorgen. Über die gesamte Saison hinweg lag diese nach seinen Aufzeichnungen bei lediglich rund 40 Prozent. Häufig standen weniger als zehn Spieler auf dem Trainingsplatz. „Wenn regelmäßig nur sieben, acht oder zehn Spieler da sind, kannst du wenig einstudieren. Spielabläufe oder Automatismen lassen sich so kaum entwickeln“, sagt der 46-Jährige. Hinzu kam, dass die Teilnehmer oft wechselten. „Es fehlte einfach an Konstanz und Verbindlichkeit.“
An den Spieltagen war die Mannschaft deshalb regelmäßig auf Unterstützung angewiesen. Spieler aus der ersten Mannschaft sowie Akteure der Alten Herren halfen immer wieder aus. Insgesamt setzte Schiefbahn II im Saisonverlauf mehr als 50 Spieler ein.
„Der Austausch mit Pascal Dierig und der ersten Mannschaft war hervorragend. Auch die Alten Herren haben uns regelmäßig unterstützt“, betont Garnschröder. Gleichzeitig sei die hohe Zahl eingesetzter Spieler ein Hinweis darauf gewesen, wie schwierig die personelle Situation war.
Zu den wenigen konstanten Größen gehörten Kapitän Zeno Tissen, Marcel Beutner und Thomas Michel. „Das waren Spieler, auf die wir uns verlassen konnten“, sagt der Trainer.
Besonders dankbar zeigt sich Garnschröder gegenüber den Spielern, die regelmäßig ausgeholfen haben. Aus der ersten Mannschaft sprangen Dennis Mertens, Christian Cichon und Lucas Püllen immer wieder ein. Aus dem Kreis der Alten Herren unterstützten zudem Andy Kus, Martin Auer und Christoph Beier das Team.
„Da musste man nie lange fragen. Die Jungs haben direkt zugesagt und geholfen, wenn wir personelle Probleme hatten“, sagt Garnschröder. „Das war für uns enorm wichtig und alles andere als selbstverständlich.“
Ein konkretes Saisonziel hatte die Mannschaft bewusst nicht formuliert. Stattdessen wollte man Woche für Woche das Maximum herausholen. Rückblickend sieht Garnschröder das als richtige Entscheidung an. „Wenn wir vor der Saison einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel ausgegeben hätten, hätten wir uns am Ende geärgert. Deshalb haben wir bewusst gesagt, dass wir von Woche zu Woche schauen und unter den Umständen das Bestmögliche herausholen.“
Bereits im Herbst hatten Verein und Trainer darüber gesprochen, dass zur neuen Saison Veränderungen notwendig seien. Garnschröder hatte dabei bestimmte Rahmenbedingungen für eine weitere Zusammenarbeit formuliert, unter anderem hinsichtlich der Kadergröße. Letztlich entschied sich der Verein jedoch für einen anderen Weg.
„Wir haben bis zum Schluss offen und ehrlich miteinander gesprochen. Der Verein hatte eine andere Idee, das akzeptiere ich vollkommen. Ich bin mit allen im Reinen und wünsche dem Team alles Gute für die Zukunft“, sagt Garnschröder.
Nach einer anstrengenden Saison blickt der Trainer nun nach vorne. Eine längere Pause ist nicht geplant. „Der Akku ist voll“, betont er noch einmal. „Wenn die Rahmenbedingungen passen und das Projekt ambitioniert ist, bin ich für Gespräche offen.“
—–
Folge Amafuma.de auf Facebook >> https://www.facebook.com/amafumade
Folge Amafuma.de auf Instagram mit @amafuma.de





