Aus Nettetal in den Titelkampf: Siepmanns nächster Schritt

Foto: Heiko van der Velden

Sechs Jahre beim SC Union Nettetal haben für Marcel Siepmann den nächsten Karriereschritt vorbereitet. Der Torwarttrainer, den viele nur „Siepi“ nennen, arbeitete dort ebenfalls in der Oberliga. In Nettetal war er unter Cheftrainer Andreas Schwan sowie den Co-Trainern zunächst Lutz Krienen und später Roland Garnschröder tätig. Der Kontakt zu den früheren Kollegen ist bis heute eng. Schwan und Garnschröder besuchten Siepmann zuletzt unter anderem beim Spiel von Ratingen 04/19 gegen den 1. FC Monheim. Auch darüber hinaus reißt der Austausch nicht ab, regelmäßig gibt es Gespräche über Trainingsinhalte, Spielanalysen und die Entwicklung einzelner Spieler.

„Nettetal war für mich absolut der richtige Weg, um mich weiterzuentwickeln“, sagt Siepmann rückblickend. Die Zeit dort habe ihm viele Möglichkeiten gegeben, Erfahrungen zu sammeln und sich fachlich weiterzubilden. Über Jahre arbeitete er mit unterschiedlichen Torhütern zusammen und begleitete mehrere sportliche Phasen des Vereins, was ihm auch für die nächsten Schritte wichtiges Rüstzeug mitgab.

Gegen Ende der vergangenen Saison folgte der Wechsel zu Ratingen 04/19. Der Klub gehört seit Jahren zur Spitzengruppe der Oberliga und bewegt sich konstant unter den Top fünf. Zuvor hatte Siepmann bereits sechs Wochen bei der ambitionierten SpVg Schonnebeck hospitiert. „Aus zwei Wochen wurden am Ende sechs. Das hat mir extrem viel Spaß gemacht und mir nochmal neue Einblicke gegeben“, berichtet er. Der Kontakt kam über sein Netzwerk zustande, unter anderem über eine, von ihm ins Leben gerufene WhatsApp-Gruppe mit anderen Torwarttrainern, mit denen er im regelmäßigen Austausch steht und Trainingsideen, Belastungssteuerung oder Spielbeobachtungen diskutiert.

In Ratingen fand sich das neue Trainerteam und die Verantwortlichen schnell als funktionierende Einheit zusammen – und sportlich zahlt sich das aus. Mit dem jüngsten 4:1-Sieg im Spitzenspiel beim SC St. Tönis festigte Ratingen die Tabellenführung. Für Siepmann wäre ein möglicher Aufstieg ein besonderer Meilenstein. „Wenn das mit dem Aufstieg klappen würde, wären meine Ziele erst einmal erreicht. Das wäre natürlich ein Träumchen“, sagt der Torwarttrainer, der in drei Wochen 50 Jahre alt wird. Im Alltag ist er offiziell zwei- 3 Mal pro Woche im Training und bei den Spielen dabei, je nach Bedarf auch häufiger und in enger, nahezu fast täglicher Abstimmung mit dem Trainerteam.

Parallel zu seinem Engagement in Ratingen ist Siepmann seit Ende November auch als Torwarttrainer beim VfR Warbeyen in der 2. Frauen-Bundesliga tätig. Das kam aus alter Verbundeheit zum Trainer & Teamleiter zustande. Den Unterschied zwischen Männer- und Frauenfußball beschreibt er so: „Der größte Unterschied ist die Athletik. Technisch und taktisch ist das Niveau im Frauenfußball richtig gut, aber in der Explosivität merkt man Unterschiede.“ Für ihn ist die Arbeit in beiden Bereichen vor allem fachlich reizvoll, weil sie unterschiedliche Schwerpunkte in der Trainingsgestaltung verlangt. „Da kann ich noch einiges lernen“.

Fußball ist bei Siepmann auch Familiensache. Tochter Marla spielt in der C1 bei den Jungs des SV Issum und besitzt zudem ein Zweitspielrecht für die U17-Mädchen des SC Krefeld 05 in der Niederrheinliga. „Mir war immer wichtig, sie nicht unter Druck zu setzen. Sie hat ihren Weg selbst gefunden und geht ihn sehr ehrgeizig“, sagt Siepmann, der den Spagat zwischen Familie, Beruf und Fußball nur mit viel Organisation und Unterstützung seiner Frau Doreen bewältigt.

Der Austausch mit Kollegen und ehemaligen Weggefährten ist ihm weiterhin wichtig. „Fußball ist ein großes & schönes Netzwerk“, sagt er über seinen Weg von Nettetal über Schonnebeck nach Ratingen – und über eine Entwicklung, die für ihn noch längst nicht abgeschlossen ist. Als nächstes steht dabei für Siepmann die Torwarttrainer B-Lizenz an.

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