KFC Uerdingen kommt zu spät ins Spiel

Foto: Heiko van der Velden

Der KFC Uerdingen hat in der Oberliga Niederrhein den nächsten Rückschlag kassiert. Gegen die 1. SpVg Solingen-Wald 03 unterlag die Mannschaft von Interimstrainer Christian Höfer mit 2:3 (0:2) und bleibt damit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Nach neun Spieltagen stehen 13 Punkte zu Buche, was aktuell nur Platz sieben bedeutet. Solingen kletterte durch den Erfolg mit 15 Punkten auf Rang vier.

Dabei hatte Uerdingen vor heimischem Publikum durchaus engagiert begonnen. Bereits in der vierten Minute zappelte der Ball nach einem Abschluss von Alexander Lipinski im Solinger Netz, doch der Schiedsrichter hatte zuvor ein Foulspiel gesehen. Der Treffer zählte nicht. In der Folge bekam der KFC die Partie allerdings nicht dauerhaft unter Kontrolle und musste erleben, wie effizient die Gäste ihre Möglichkeiten nutzten.

Nach 20 Minuten ging Solingen in Führung. Eine Flanke aus dem Halbfeld erreichte Georgios Mavroudis, der die Gelegenheit zum 0:1 (20.) nutzte. Nur fünf Minuten später legten die Gäste nach. Ausgerechnet der ehemalige Uerdinger Marco Donato Cirillo traf zum 0:2 (25.). Der KFC hatte zwar weiterhin Ballbesitz und versuchte, offensiv Lösungen zu finden, kam vor der Pause aber kaum noch zu zwingenden Abschlüssen.

„Wir haben in der ersten Halbzeit gar nicht so verkehrt Fußball gespielt“, sagte Höfer anschließend. Das Problem sei vielmehr gewesen, dass seine Mannschaft die entscheidenden Situationen nicht konsequent genug verteidigt habe. „Wir kriegen dann wieder zwei Tore, die man in der Oberliga nicht kriegen kann oder nicht kriegen darf“, so der Interimstrainer.

Nach dem Seitenwechsel wurde die Aufgabe für die Uerdinger zunächst noch größer. Solingen nutzte erneut eine Unachtsamkeit in der KFC-Defensive und baute den Vorsprung aus. Max Wilschrey hatte im Strafraum zu viel Platz und erhöhte auf 0:3 (49.).

Erst danach entwickelte Uerdingen deutlich mehr Druck. Höfer reagierte bereits zur Pause mit zwei Wechseln und brachte Dave Fotso Youmssi sowie Daiki Kamo. Die Gastgeber kamen nun häufiger in die Nähe des Solinger Tores, scheiterten aber zunächst am starken Schlussmann Marcel Lenz. Unter anderem parierte er gegen Kamo und später auch gegen Wladimir Wagner.

In der 72. Minute durfte der KFC schließlich wieder hoffen. Jesse-Garon Sierck fasste sich aus rund 25 Metern ein Herz und setzte seinen flachen Abschluss zum 1:3 ins Tor. Uerdingen drängte nun auf den Anschluss und erhöhte den Druck. Fotso Youmssi verfehlte das Tor knapp, weitere Angriffe brachten ebenfalls nicht den gewünschten Erfolg.

Solingen blieb allerdings gefährlich und hätte die Partie bei einer seiner Konterchancen sogar endgültig entscheiden können. Uerdingens Torhüter Jonas Holzum verhinderte in der 88. Minute mit einer Parade gegen Niklas Noah Albrecht das mögliche 1:4.

In der Nachspielzeit wurde es schließlich noch einmal spannend. Fotso Youmssi verkürzte auf 2:3 (90.+4). Für mehr reichte es allerdings nicht mehr. Kurz darauf war die Partie beendet.

Für Höfer lag der entscheidende Grund für die Niederlage auf der Hand. „Wenn du so einfache Fehler machst, wenn du beim dritten Tor Begleitschutz gibst im 16er, schiebst nicht vor, gehst nicht ran, schiebst den Fuß nicht rein, gewinnst du kein Spiel“, sagte er. Seine Mannschaft müsse sich deshalb hinterfragen.

Vor allem störe ihn, dass der KFC häufig erst dann richtig ins Spiel finde, wenn er bereits einem deutlichen Rückstand hinterherlaufe. „Wenn wir erst mal 2:0 im Rückstand gehen oder jetzt wie heute 3:0, um dann Fußball zu spielen oder Druck zu machen, gewinnen wir kein Spiel“, stellte Höfer klar. Es könne nicht der Anspruch sein, jedes Mal 130 oder 140 Prozent leisten zu müssen, um überhaupt noch die Chance auf einen Punktgewinn zu haben.

Auch die Schlussphase änderte daran nichts. „Wir müssen es definitiv schaffen, 90 Minuten beide Tugenden auf den Platz zu kriegen“, forderte Höfer. Damit meinte er einerseits die spielerische Qualität, andererseits aber auch die nötige Konsequenz in den Zweikämpfen und gegen den Ball.

Auf Solinger Seite war die Freude über den Auswärtssieg entsprechend groß. Sportlicher Leiter Peter Resvanis lobte insbesondere die Mentalität seiner Mannschaft. Nach schwierigen vergangenen Tagen habe das Team den Druck gut weggesteckt. Gleichzeitig sah er die zweite Halbzeit kritischer, in der Solingen dem KFC deutlich mehr Räume überließ.

Der Sieg war für die Solinger zudem mit besonderen Emotionen verbunden. Resvanis widmete den Erfolg dem bisherigen Trainer Daniele Varveri, dessen Zeit beim Verein nach zweieinhalb Jahren zu Ende gegangen war. „Daniele Varveri, ich bedanke mich, dass wir heute hier spielen durften“, sagte Resvanis und verwies auf die Erfolge der vergangenen beiden Jahre.

Während Solingen mit 15 Punkten auf Rang vier steht, muss sich der KFC Uerdingen mit Platz sieben begnügen. Für einen Verein mit den Ambitionen der Krefelder ist das nach neun Spieltagen weiterhin zu wenig. Die Leistungssteigerung nach der Pause und die späte Aufholjagd machen zwar Mut – am Ende steht jedoch die nächste Niederlage.

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