Amern verliert nach Blitzstart den Faden

Archivfoto: Heiko van der Velden

Die VSF Amern haben am achten Spieltag der Landesliga 1 einen deutlichen Rückschlag hinnehmen müssen. Beim 1. FC Kleve unterlag die Mannschaft von Trainer Willi Kehrberg und Dennis Homann mit 1:5 (1:3). Dabei erwischten die Gäste zunächst einen Start nach Maß, verloren anschließend aber innerhalb weniger Minuten völlig den Zugriff auf die Partie.

„Wir kommen sehr gut ins Spiel und setzen den Gegner von Beginn an unter Druck. Das war in den ersten Minuten richtig gut“, sagte Kehrberg. Nach dem ersten Eckball schlug Amern bereits in der fünften Minute zu. Luca Dorsch brachte den Ball an den kurzen Pfosten, wo Johannes Hamacher seinem Gegenspieler entwischte und zum 1:0 einköpfte.

Die Führung hielt allerdings nicht lange. Kleve kam nach einem langen Ball zum Ausgleich durch Nermin Badnjevic (12.). Nur fünf Minuten später drehte Ole Kook die Partie. Nach einem hohen Ballgewinn der Gastgeber traf er zum 2:1. Wiederum nur zwei Minuten später erhöhte Emil Oerding auf 3:1. Kleve nutzte die Unsicherheit der Gäste konsequent aus.

„Dann haben wir diese zehn Minuten, in denen wir gar nicht verteidigen“, kritisierte Kehrberg. Besonders das Zweikampfverhalten seiner Mannschaft missfiel dem Trainer. „Drei identische Tore, Angriffe über rechts. Da haben wir überhaupt kein vernünftiges Zweikampfverhalten gezeigt.“

Kehrberg reagierte früh und brachte Maximilian Gotzen für Shogo Taniguchi. Anschließend stabilisierte sich Amern und fand wieder besser in die Partie. Bis zur Pause ließ die Mannschaft keinen weiteren Treffer zu. „Dann sind wir wieder etwas stabiler und es ist ein ausgeglichenes Spiel bis zur Halbzeit“, sagte Kehrberg.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Amern den Druck und bemühte sich um den Anschlusstreffer. In der 54. Minute hatte Anas Lambrabti die große Gelegenheit dazu, sein Ball prallte jedoch an die Latte. Für Kehrberg war dies eine entscheidende Szene. „Wenn der Ball drin ist, steht es 3:2. Dann wäre das Spiel möglicherweise noch einmal offen gewesen“, sagte der Trainer.

Auch danach blieb Amern bemüht, die Begegnung wieder spannend zu machen. Nach einem Eckball forderten die Gäste zudem einen Handelfmeter, doch das Schiedsrichtergespann entschied sich gegen einen Strafstoß. Die Amerner erhöhten daraufhin das Risiko und rückten offensiver auf. Dadurch boten sich Kleve zunehmend Räume für Gegenangriffe.

In der 75. Minute fiel schließlich die Vorentscheidung. Nach einer Ecke stieg Niklas Klein-Wiele am höchsten und köpfte zum 4:1 ein. Für Kehrberg war auch dieser Treffer ein Sinnbild für die defensive Schwäche seiner Mannschaft. „Unsere Kopfballschwäche in der Defensive war heute spielentscheidend“, sagte er.

Kurz vor dem Ende machte Elidon Bilali nach einer weiteren Ecke endgültig alles klar. In der 89. Minute traf er zum 5:1. Amern zeigte auch danach noch Moral und versuchte, weitere Gegentreffer zu verhindern, doch an der deutlichen Niederlage änderte sich nichts.

„Die Niederlage geht in Ordnung, trotzdem wäre sie aus meiner Sicht vermeidbar gewesen“, resümierte Kehrberg. Der Trainer sah die Hauptursache vor allem in der eigenen Defensive: „Wir haben das Spiel durch unser Abwehrverhalten selbst verloren.“

Besonders die Standardsituationen bereiteten dem Trainer Sorgen. Sowohl beim 4:1 als auch beim 5:1 habe seine Mannschaft zu große Schwächen gezeigt. „Wir bekommen zwei Ecken, bei denen wir überhaupt nicht richtig verteidigen. Das ist viel zu einfach“, monierte Kehrberg.

Nach dem 2:0-Erfolg in der Vorwoche kassierten die Amerner damit wieder fünf Gegentreffer. Für Kehrberg ist deshalb klar, wo angesetzt werden muss. „Wir kriegen einfach zu viele Gegentreffer. Das müssen wir in den Griff bekommen“, sagte der Trainer.

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