Nettetal hält lange mit, doch Bocholt nutzt die Überzahl

Archivfoto: Heiko van der Velden

Der SC Union Nettetal ist in der zweiten Runde des Niederrheinpokals ausgeschieden. Der Landesligist unterlag dem zwei Klassen höher spielenden 1. FC Bocholt vor rund 350 Zuschauern mit 0:3 (0:1). Lange konnte die Mannschaft von Trainer Jakob Scheller die Partie offenhalten. Entscheidend wurde die Gelb-Rote Karte gegen Abdoulaye Barry in der 37. Minute.

Bocholt übernahm von Beginn an mehr Ballbesitz und suchte den Weg nach vorne. Die erste gute Möglichkeit hatte Malek Fakhro bereits in der vierten Minute, als sein Kopfball nur knapp über das Tor flog. Nettetal stand kompakt und machte es dem Regionalligisten zunächst schwer, zu klaren Chancen zu kommen.

Gleichzeitig setzte der Gastgeber immer wieder eigene Akzente. In der 23. Minute brachte Peer Winkens einen Freistoß gefährlich auf das Tor, doch Bocholts Torhüter lenkte den Ball zur Ecke. Auch aus dem Spiel heraus kam Nettetal zu einigen vielversprechenden Aktionen. „Wir selber hatten wirklich gute Ballbesitzphasen und haben gute Angriffe gefahren“, sagte Scheller.

Dann wurde die Aufgabe für die Gastgeber deutlich schwieriger. Barry, der bereits in der 26. Minute verwarnt worden war, kam gegen Patrick Kurzen erneut zu spät und sah dafür die Gelb-Rote Karte. Scheller konnte die Entscheidung nachvollziehen, hielt die zweite Verwarnung allerdings für hart. „Er ist 18 Jahre alt und muss lernen, in solchen Situationen anders in den Zweikampf zu gehen. Aber ich finde, am Ende des Tages ist ein kleiner Zupfer, eine Grätsche und dann Gelb-Rot in der Summe schon extrem hart“, sagte der Trainer.

Bocholt erhöhte anschließend den Druck und schlug kurz vor der Pause zu. Nach einer Ecke verlängerte Malek Fakhro den Ball per Kopf in den Torraum, wo Marvin Lorch goldrichtig stand und aus kurzer Distanz zum 1:0 einschob.

Auch nach dem Seitenwechsel wehrte sich Nettetal nach Kräften. Der Regionalligist kontrollierte nun zwar das Geschehen, musste sich den zweiten Treffer aber bis zur 58. Minute gedulden. Benjamin Friesen bekam auf der linken Seite zu viel Raum und traf von der Strafraumgrenze sehenswert in den Winkel.

Die endgültige Entscheidung fiel in der 71. Minute. Tim Krohn erhielt den Ball an der Strafraumgrenze und setzte seinen Abschluss präzise ins untere linke Eck.

„Wir waren 50 Minuten in Unterzahl. Die Jungs haben alles reingeworfen und sich gewehrt“, lobte Scheller seine Mannschaft. Gegen den Regionalligisten habe sich irgendwann dessen individuelle Qualität bemerkbar gemacht. Gerade bei den beiden Treffern aus der Distanz habe sich die Klasse des Gegners gezeigt.

Trotz des Pokalaus fand Scheller anschließend viele positive Worte für seine Mannschaft. „Ansonsten kann ich nur ein großes Kompliment an die Jungs aussprechen“, sagte er. Die Partie sei zudem nicht dazu genutzt worden, mit Blick auf das kommende Wochenende etwas auszuprobieren. „Wir haben nicht viel anders gemacht – nicht vom Personal und auch nicht von der Idee, wie wir es machen wollten.“

So blieb für Nettetal am Ende zwar das Aus, aber auch ein ordentlicher Auftritt gegen einen zwei Klassen höher angesiedelten Gegner. Über weite Strecken hielt der Landesligist gut dagegen, ehe die Unterzahl und die Qualität des Regionalligisten die Partie entschieden.

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