Rheydter SV zeigt Mut gegen übermächtigen MSV

Foto: Heiko van der Velden

Der Rheydter SV hat im Niederrheinpokal gegen den Drittligisten MSV Duisburg erwartungsgemäß eine klare Niederlage kassiert. Der Bezirksligist unterlag dem Tabellenführer der 3. Liga im Grenzlandstadion mit 1:12 (0:5). Rund 1300 Zuschauer sahen eine Partie, in der die Duisburger ihrer Favoritenrolle von Beginn an gerecht wurden. Gleichzeitig durfte sich der RSV über den eigenen Treffer und einige mutige Spielphasen freuen.

Viel deutlicher hätte der Klassenunterschied kaum sichtbar werden können. Bereits nach zwei Minuten brachte Jakob Bookjans die Gäste in Führung. Der MSV setzte den Bezirksligisten früh unter Druck und erhöhte durch Lex-Tyger Lobinger (15.) und Florian Krüger (19.) schnell auf 3:0. Krüger legte noch vor der Pause zwei weitere Treffer nach (37., 40.) und sorgte damit für einen komfortablen 5:0-Vorsprung zur Halbzeit.

Dabei versteckte sich der Rheydter SV keineswegs. Die Mannschaft von Trainer Arian Gerguri versuchte immer wieder, spielerische Lösungen zu finden und sich aus der Umklammerung des Drittligisten zu befreien. In der achten Minute bot sich Florian Vitia sogar die Chance zum Anschlusstreffer, doch MSV-Torhüter Toni Stahl war rechtzeitig zur Stelle.

Nach dem Seitenwechsel machte Duisburg zunächst dort weiter, wo es aufgehört hatte. Lobinger traf in der 47. und 51. Minute zweimal und erhöhte auf 7:0. Doch dann folgte der Moment, auf den die Gastgeber lange gewartet hatten: Branimir Galic zog in der 55. Minute von der Strafraumkante ab und traf mit einem satten Schuss zum 1:7. Der Treffer wurde von den rund 1300 Zuschauern entsprechend gefeiert.

„Das frühe Gegentor hat uns schon aus dem Spiel herausgebracht, und dann wird es natürlich brutal schwer“, sagte Gerguri nach der Partie. Gegen einen MSV Duisburg, der in der 3. Liga im Schnitt mehr als zwei Tore pro Spiel erzielt, sei es ohnehin eine enorme Herausforderung gewesen.

Duisburg ließ allerdings auch nach dem Rheydter Ehrentreffer nichts anbrennen. Peter Remmert (65.), Dominik Kother (76.) und Conor Noß (81., 88.) schraubten das Ergebnis weiter in die Höhe. Remmert setzte in der 89. Minute mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt zum 12:1.

Für den Rheydter SV war das Ergebnis zwar deutlich, der Auftritt gegen den übermächtigen Gegner aber keineswegs nur negativ. „Wir machen noch unser Tor, das hat mich sehr, sehr gefreut. Wir haben teilweise auch Fußball gespielt und hatten auch Ballstafetten“, erklärte Gerguri. Besonders gefreut habe ihn zudem das Lob von MSV-Trainer Dietmar Hirsch, der dem Bezirksligisten nach der Partie einen mutigen Auftritt attestiert habe.

Getrübt wurde der Pokalabend allerdings durch die Verletzung von Karsten Waniek. Der Rheydter musste nach einem Zweikampf mit Lobinger bereits in der 28. Minute ausgewechselt werden und anschließend wegen einer Verletzung am Sprunggelenk ins Krankenhaus gebracht werden. Eine genaue Diagnose stand zunächst noch aus.

Gerguri wollte trotz der hohen Niederlage vor allem das Positive mitnehmen. „Das ist das, was meine Mannschaft und meine Wenigkeit auch auszeichnet, deswegen bin ich da mega stolz drauf“, sagte der RSV-Trainer. „Am Ende geht es ein bisschen zu hoch raus, aber gut: Wenn die rollen, dann ist es schwer zu stoppen.“

Auch in der Halbzeitpause musste Gerguri seine Mannschaft nach dem 0:5 nicht erst wieder aufrichten. „Die waren schon sehr motiviert und wussten, dass es weitergeht“, berichtete der Trainer. Der Rheydter SV wollte sich gegen den Drittligisten nicht verstecken – und konnte sich trotz des deutlichen Ergebnisses zumindest mit einem eigenen Treffer und einem mutigen Auftritt aus dem Niederrheinpokal verabschieden.

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