Die Vorfreude auf das Duell mit dem KFC Uerdingen war bei den VSF Amern groß. Nun steht fest: Das für Dienstag, 22. September, geplante Zweitrundenspiel im Niederrheinpokal wird nicht stattfinden. Der Landesligist hat die Partie abgesagt.
Ausschlaggebend waren nicht sportliche Gründe, sondern die Rahmenbedingungen rund um die Begegnung. Nach Gesprächen mit den zuständigen Behörden, dem Fußballverband Niederrhein und dem KFC Uerdingen wurde deutlich, dass die geforderten Sicherheitsmaßnahmen im Rösler-Stadion nicht in der notwendigen Form umgesetzt werden können. Vor allem die Fantrennung, Einlasskontrollen und die Organisation des erwarteten Zuschauerandrangs stellten den Verein vor erhebliche Probleme.
Hinzu kam die finanzielle Seite. Die zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen hätten Kosten verursacht, die nach Einschätzung der VSF Amern über den möglichen Einnahmen gelegen hätten. Für den ehrenamtlich geführten Verein war dieses Risiko nicht vertretbar.
Auch Ausweichlösungen keine Option
Die Verantwortlichen wollten die Begegnung dennoch nicht vorschnell aufgeben. Mehrere Varianten wurden geprüft. Im Raum standen unter anderem ein Tausch des Heimrechts sowie ein Spiel ohne Zuschauer in der Grootenburg. Beide Möglichkeiten ließen sich letztlich nicht realisieren. Der KFC Uerdingen hätte einer entsprechenden Lösung nur zugestimmt, wenn sich Amern an den entstehenden Kosten beteiligt.
Auch die Suche nach einem anderen Austragungsort brachte keine Lösung. Größere Stadien oder alternative Spielstätten in der Region wären mit einem noch höheren organisatorischen und finanziellen Aufwand verbunden gewesen.
„Wir haben bis zuletzt alles versucht und jede Option geprüft, um dieses Fußballfest für unsere Fans und Spieler bei uns zu Hause auf die Beine zu stellen“, erklärt der Verein. „Eine solche Auslosung ist für einen Amateurverein eine enorme Herausforderung.
Die VSF Amern verweisen zugleich darauf, dass die Sicherheit aller Beteiligten nicht verhandelbar sei. „Da die Sicherheit aller Zuschauer, Helfer und Akteure im Stadion jedoch zu jedem Zeitpunkt absolute Priorität hat, auch im Anbetracht der jüngsten Vorfälle in Oppum , ist die Absage unter diesen extremen Auflagen die einzig verantwortungsvolle Entscheidung.“
Verein warnt vor Folgen für den Amateurfußball
Bei den VSF Amern sorgt die Absage nicht nur wegen des verlorenen Pokalabends für Enttäuschung. Der Verein sieht vielmehr eine Entwicklung, die auch andere Amateurklubs betreffen könnte. Wenn Begegnungen aufgrund möglicher Ausschreitungen mit immer höheren Sicherheitsanforderungen verbunden seien, gerieten kleinere Vereine schnell an ihre organisatorischen und wirtschaftlichen Grenzen.
Die VSF Amern kritisieren, dass Aggressionen aus dem Umfeld höherklassiger Vereine zunehmend Auswirkungen auf den Amateurbereich hätten. Für einen Verein, der überwiegend ehrenamtlich arbeitet, seien unkalkulierbare Sicherheitskosten nicht aufzufangen.
„Wenn der Besuch eines lokalen Fußballspiels zum unkalkulierbaren Sicherheitsrisiko wird, verliert der Sport seine wichtigste Basis.“
Deshalb richten die Amerner einen deutlichen Appell an die Verbände und die Politik. Die Amateurvereine dürften mit den wachsenden Anforderungen und den daraus entstehenden Problemen nicht allein gelassen werden.
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