Aufbruchstimmung statt Frust: Dieser Klub entdeckt sein „Wir-Gefühl“ neu

Foto: Keno Hodzic

Nach einer schwierigen Saison soll bei den Seniorenteams der Sportfreunde Königshardt vieles anders werden. Herren und Damen Mannschaften rücken enger zusammen, zahlreiche Neuzugänge bringen Qualität – und der eigene Nachwuchs steht stärker denn je im Fokus. Es ist der Beginn eines neuen Anlaufs.

Die vergangene Saison hat Spuren bei dem Oberhausener Verein hinterlassen. Zu viel lief nicht so, wie es sich die Verantwortlichen und Spieler vorgestellt hatten. Doch statt sich davon lähmen zu lassen, scheint die schwierige Spielzeit nun vor allem eines ausgelöst zu haben: einen neuen Zusammenhalt.

Bei den Seniorenteams ist eine Aufbruchstimmung zu spüren, die es in dieser Form lange nicht gegeben hat. Herren und Damen ziehen dabei zunehmend an einem Strang. Gemeinsame Veranstaltungen wie die Saisoneröffnung vor wenigen Tagen gehören mittlerweile genauso dazu wie die vielen kleinen Momente abseits des Fußballplatzes.

Und genau dort zeigt sich vielleicht am deutlichsten, was sich verändert hat. Nach dem Training sitzen nicht selten 20 Spielerinnen und Spieler gemeinsam zusammen – Herren und Damen, jung und erfahren. Es wird geredet, gelacht und über Fußball diskutiert. Aus zwei Mannschaften entsteht immer mehr eine Einheit. Oder, wie es aus dem Umfeld treffend heißt: eine große Familie.

„Nach einer sehr schwierigen Saison merkt man, dass bei uns Aufbruchstimmung herrscht. Und das merkt man nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz“, sagt Keno Hodzic, Sportlicher Leiter und Trainer.

Neue Qualität, alter Kern

Auch sportlich hat sich einiges getan. Der Kader wurde nicht nur quantitativ breiter, sondern vor allem qualitativ verstärkt. Zahlreiche Neuzugänge bringen Erfahrung und höherklassige Qualität mit. Auffällig: Viele der neuen Spieler kommen von Bezirksligisten, die in der vergangenen Saison aufgestiegen sind oder lange im oberen Tabellenbereich mitgespielt haben.

Es sind also nicht irgendwelche Ergänzungen. Es sind Spieler, die wissen, was es bedeutet, erfolgreich Fußball zu spielen.

Gleichzeitig wurde ein entscheidender Fehler vermieden: Der alte Stamm ist zusammengeblieben. Die Mannschaft wurde nicht auf links gedreht, sondern gezielt ergänzt. Genau daraus soll nun die richtige Mischung entstehen – aus gewachsenen Strukturen, Erfahrung und neuen Impulsen.

Auch das Trainerteam um Dirk Lotz wurde verstärkt. Mehr Köpfe, mehr Erfahrung, mehr Qualität. Und vor allem: eine Mannschaft, die charakterlich zusammenpassen soll.

Denn die Verantwortlichen wissen: Namen und Qualität allein gewinnen keine Spiele.

„Wir wollen es allen zeigen“

Der neue Kader vereint Erfahrung und Ehrgeiz. Viele Spieler haben bereits höherklassig gespielt und wissen deshalb, worauf es in einer Saison ankommt. Gleichzeitig ist beim bisherigen Stamm eine besondere Motivation zu spüren. Nach der schwierigen vergangenen Spielzeit will man die Dinge gerade rücken.

Es geht dabei nicht nur darum, es anderen zu beweisen. Vielleicht noch wichtiger ist, dass die Mannschaft es sich selbst beweisen will. Dass sie mehr kann, als sie in der vergangenen Saison gezeigt hat. Genau daraus soll die Energie für den Neustart entstehen.

Die Jugend ist Teil des Plans

Der Blick geht dabei nicht ausschließlich auf die kommende Saison. Der Verein will auch langfristig die eigenen Talente stärker an den Seniorenbereich heranführen.

Wieder wird eine A-Jugend an den Start gehen. Gleichzeitig erhalten bereits jetzt A-Jugendliche die Möglichkeit, bei den Herren mitzutrainieren und erste Erfahrungen im Seniorenfußball zu sammeln. Sie sollen nicht irgendwann den Sprung machen, sondern Schritt für Schritt integriert werden.

Der Weg ist klar: Die Zukunft soll aus der eigenen Jugend kommen.

Dass sogar herausragende B-Jugendliche bereits bei den Herren mittrainieren, unterstreicht den Stellenwert der Nachwuchsarbeit. Für den Verein ist das mehr als eine nette Begleiterscheinung. Es ist ein Zeichen dafür, dass die eigene Jugendarbeit Früchte trägt und die Durchlässigkeit zwischen Jugend- und Seniorenfußball funktioniert.

Die Botschaft ist eindeutig: Wer im Nachwuchs überzeugt, soll seine Chance bekommen.

Mehr als nur eine Mannschaft

Vielleicht liegt genau darin die größte Stärke des aktuellen Neustarts. Es geht nicht allein um neue Spieler, neue Trainer oder neue sportliche Ziele. Es geht um eine gemeinsame Identität.

Damen und Herren organisieren Veranstaltungen zusammen. Spielerinnen und Spieler verbringen auch nach dem Training Zeit miteinander. Neue Akteure werden in einen bestehenden Stamm integriert. Nachwuchsspieler trainieren mit den Senioren. Und auf dem Platz soll eine Mannschaft entstehen, die sich gegenseitig pusht.

Das „Wir-Gefühl“ ist dabei längst keine Floskel mehr. Nach einer schwierigen Saison hätte der Verein auch auseinanderdriften können. Stattdessen scheint das Gegenteil passiert zu sein: Die Enttäuschung hat Kräfte freigesetzt.

Jetzt beginnt die nächste Etappe.

Mit einem eingespielten Kern, zahlreichen ambitionierten Neuzugängen, einem verstärkten Trainerteam und einer Jugend, die immer näher an die Herren heranrückt, soll aus der Aufbruchstimmung wieder sportlicher Erfolg werden.

Und vielleicht ist es genau das, was diese Mannschaft in der neuen Saison besonders macht: Sie will nicht nur gewinnen.

Sie will gemeinsam zurückschlagen.

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