Spielabbruch in Grefrath: TIV Nettetal verlässt nach Vorwürfen den Platz

Symbolfoto: Heiko van der Velden

Das Kreisliga-B-Spiel zwischen dem SSV Grefrath II und TIV Nettetal ist am Sonntag in der 87. Minute beim Stand von 0:0 abgebrochen worden. Auslöser waren Vorwürfe einer rassistischen Äußerung, die nun die Spruchkammer beschäftigen werden – mit möglicher Bedeutung für den Aufstiegskampf.

Für TIV Nettetal geht es in der Schlussphase der Saison um den Aufstieg in die Kreisliga A. Jeder Punkt ist entscheidend – entsprechend brisant ist die Frage, wie die Begegnung gewertet wird.

Laut offiziellem Spielbericht, der der Redaktion vorliegt, verließ Nettetal geschlossen den Platz. Dort heißt es: „In der 87. Minute hat TIV Nettetal das Spielfeld aufgrund einer getätigten Aussage des Grefrath-Spielers … verlassen.“ Der Schiedsrichter gab an, die mutmaßliche Äußerung u.a. aufgrund der Entfernung nicht gehört zu haben. Ein Video, das der Redaktion vorliegt, zeigt die Szene; darauf ist der Schiedsrichter in unmittelbarer Nähe zu erkennen.

Bis dahin verlief die Partie weitgehend ereignisarm. Beim Stand von 0:0 hatte es lediglich drei Gelbe Karten gegeben, besondere Vorkommnisse waren zunächst nicht dokumentiert.

Nach Darstellung von Nettetals Trainer Deniz Metin soll es in der Schlussphase zu einer verbalen Entgleisung gekommen sein. „Wir sind als ‚scheiß Volk‘ beschimpft worden, das haben auch Zuschauer mitbekommen“, sagte Metin. Die Situation sei nach einem Zweikampf entstanden, der betreffende Spieler später ausgewechselt worden. „Ein Mitspieler hat später bestätigt, dass diese Aussage gefallen ist“, so der Trainer weiter.

Die Mannschaft habe sich daraufhin entschieden, das Spielfeld zu verlassen. „Egal, was uns das kostet – wir lassen uns nicht so beleidigen. Bei uns spielen Menschen unterschiedlichster Herkunft. So etwas gehört nicht auf den Sportplatz“, erklärte Metin. Man habe damit auch eine mögliche Eskalation vermeiden wollen.

Der SSV Grefrath II wollte sich auf Anfrage nicht inhaltlich äußern und verwies darauf, zunächst die Entscheidung der Spruchkammer abzuwarten und sich anschließend zu äußern. „Wir haben den Vorfall zur Kenntnis genommen. Wir distanzieren uns klar von Rassismus und Gewalt in jeglicher Form und werden den Vorfall intern aufarbeiten“, heißt es aus Kreisen des SSV Grefrath.

Damit liegt der Fall nun bei den zuständigen Gremien. Neben möglichen Sanktionen steht vor allem die Wertung der Partie im Fokus.

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