Vereinsgedanke im Fokus: Nettetal vor Duell mit Solingen

Archivfoto: Heiko van der Velden

Am Samstag um 17 Uhr empfängt der SC Union Nettetal in der Landesliga den DV Solingen. Das Hinspiel endete mit einer klaren 0:3-Niederlage aus Nettetaler Sicht, entsprechend motiviert geht die Mannschaft in das Rückspiel.

Mit 37 Punkten belegt Nettetal aktuell den siebten Tabellenplatz, während Solingen mit 47 Zählern auf Rang drei steht und weiterhin zu den Topteams der Liga zählt. Die Rollen scheinen damit verteilt – doch die Gastgeber wollen sich trotz schwieriger Voraussetzungen nicht verstecken.

In den vergangenen Wochen hatte Nettetal immer wieder mit erheblichen Personalsorgen zu kämpfen. Zeitweise standen gleich elf Spieler nicht zur Verfügung. „Wir haben eigentlich durchgehend mit personellen Problemen zu kämpfen gehabt“, erklärt Trainer Kemal Kuc. Gleichzeitig unterstützten mehrere Akteure die zweite Mannschaft im Abstiegskampf der Bezirksliga. „Das ist für uns selbstverständlich. Im Verein ziehen alle an einem Strang.“

Unter anderem kamen Jan Pöhler, Nick-Odin Münster und Eron Saraci in der Reserve zum Einsatz, um Spielpraxis zu sammeln und die Mannschaft zu stabilisieren. Diese Maßnahmen waren intern abgestimmt, wie Sportlicher Leiter Nico Zitzen betont: „Die Mannschaft wusste schon in der Winterpause, dass wir uns in so einer Situation gegenseitig unterstützen werden.“ Zudem hebt er die Bereitschaft innerhalb des Teams hervor: „Viele Spieler aus der ersten Mannschaft helfen gerne mit, wenn es nötig ist.“

Die Bedeutung der zweiten Mannschaft geht dabei über den kurzfristigen Klassenerhalt hinaus. In der Bezirksliga dient sie als wichtige Plattform für Spieler, die nach Verletzungen zurückkehren oder sich für höhere Aufgaben empfehlen wollen. „Für viele ist es wertvoll, über 90 Minuten Spielpraxis zu sammeln“, sagt Zitzen. Gleichzeitig profitieren auch jüngere Spieler, die frühzeitig an den Seniorenbereich herangeführt werden. Ein Abstieg würde diese Entwicklungsmöglichkeiten deutlich erschweren.

Für das Spiel gegen Solingen entspannt sich die personelle Lage zumindest etwas. Mit Branimir Galic und Tomi Alexandrov kehren zwei wichtige Offensivspieler zurück. „Das gibt uns wieder mehr Optionen und Durchschlagskraft nach vorne“, sagt Kuc. Dennoch bleiben einige Ausfälle bestehen, sodass weiterhin Improvisation gefragt ist.

Den Gegner schätzt der Nettetaler Trainer als spielstark ein. Solingen verfüge über eine gute Struktur im Aufbau und technisch versierte Spieler. Zwar habe es zuletzt Veränderungen auf der Trainerposition gegeben, doch die Qualität im Kader sei unbestritten. „Das ist eine Mannschaft, die zurecht oben steht.“

Trotz der jüngsten Rückschläge sieht der Trainer sein Team insgesamt auf einem guten Weg. Seit November habe die Mannschaft eine starke Phase gehabt, die Grundlage für die aktuelle Tabellenposition sei. „Wir wollen uns davon nicht verrückt machen lassen und weiter unseren Weg gehen.“

Mit Blick auf das Heimspiel gegen den Favoriten geht Nettetal somit als Außenseiter in die Partie – aber auch mit der klaren Zielsetzung, ein anderes Gesicht zu zeigen als noch im Hinspiel.

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