vl. Manfred Batz und Lukas Kwasniok. Foto: privat
Sportjournalisten jeglicher Couleur nennen gerne den RB Kosmos oder die TSG 1899 Hoffenheim als prägende Schule für Trainer im deutschen Spitzenfußball. Übersehen wird dabei, dass sich der SC Paderborn 07 mittlerweile als wahre Talentschmiede für Toptrainer etabliert hat.
Aktuellstes Beispiel ist Ralf Kettemann. Kettemann zählt zur Riege der neuen aufstrebenden Generation im Trainerbusiness. Von der U19 des Karlsruher SC führte sein spannender Weg zu den Ostwestfalen in die 2. Bundesliga. Dort misst sich der gerade frischgebackene UEFA PRO Lizenz Inhaber mit Kalibern wie dem FC Schalke 04, Hannover 96 oder Hertha BSC.
„Mit der Verpflichtung von Ralf Kettemann gehen wir konsequent unseren Paderborner Weg. Ralfs Philosophie zeichnet sich durch Spielstärke und Flexibilität aus. Außerdem versteht er es extrem gut, mit jungen Spielern zu arbeiten“, erklärte der ehemalige Paderborner Geschäftsführer Sport, Benni Weber bei der Verpflichtung des Trainers.
Der Paderborner Weg zeichnet sich einerseits durch besondere KI gestützte Tools in puncto Trainerscouting und andererseits dem Fußball, der in Paderborn gespielt wird aus. Fleißig, zielstrebig und geduldig – und mit Herzblut bei der Sache. Hinzu kommen individuell ausgewählte Förderprogramme zur Qualifizierung.
Offensichtlich ist die Tatsache als Trainer einige Jahre in Paderborn gearbeitet zu haben schon ein herausragendes Qualitätsmerkmal für viele andere Clubs. So ist der Paderborner Weg mittlerweile zu einem Karrierehub für aufstrebende Trainertalente geworden.
Längst geht es im Hochleistungsfußball nicht mehr nur einfach um ein Spiel. Erfolgreiche Trainer sind Moderatoren, Leader, Manager, Verkäufer oder Motivatoren. Meist zählen bei der Einstellung von neuen Trainern deren bisherige sportliche Erfolge oder der sogenannte „Stallgeruch“ und weniger die Persönlichkeit. Der Paderborner Weg setzt dagegen konsequent auf Persönlichkeit und Typen.
Kleine Typologie der Paderborner Talentschmiede
Pavel – der Moderator
Pavel Dotchev hat als Trainer die meisten Einsätze in der Geschichte der 3. Bundesliga. Einen Großteil seiner Spielerlaufbahn verbrachte er beim SC Paderborn 07. Als Trainer gelang ihm mit dem SC Paderborn 2005 der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Aktuell ist Dotchev Cheftrainer beim SSV Ulm 1846.
André – der Manager
Als Trainer führte er den SC Paderborn 07 bereits bei seiner ersten Trainerstation im Profifußball im Jahr 2014 in die 1. Bundesliga. In der Folge gelang ihm 2021/22 mit dem FC Zürich Schweizer Meister zu werden. Weitere Stationen Schalke 04, TSG Hoffenheim und Hannover 96.
Roger – der Leader
Nachdem Roger Schmidt eine Saison beim Delbrücker SC gespielt hatte wurde er für die Saison 2005/06 dort Trainer. Zur Saison 2011/12 verpflichtete der SC Paderborn 07 Schmidt. Nach einer sehr erfolgreichen Saison wechselte Schmidt in den RB Kosmos zu Red Bull Salzburg. Einige weitere Stationen Bayer Leverkusen, PSV Eindhoven und Benfica Lissabon.
Steffen – der Verkäufer
In der Saison 2017/18 erreichte Steffen Baumgart mit dem SC Paderborn 07 den Aufstieg in die 2. Bundesliga. In der folgenden Saison 2018/19 gelang ihm sofort der Durchmarsch in die 1. Bundesliga. Einige weitere Stationen 1. FC Köln und Union Berlin.
Lukas – der Motivator
Lukas Kwasniok begann seine Trainerkarriere im Jugendbereich de Karlsruher SC. Zur Saison 2021/22 kam er als Nachfolger von Steffen Baumgart zum SC Paderborn 07. Mit nur drei Punkten Rückstand auf einen Relegationsplatz zum Aufstieg in die 1. Bundesliga beendeten die Paderborner die Spielzeit. Zur Saison 2025/26 zog es Kwasniok als Nachfolger von Friedhelm Funkel zum 1. FC Köln.
Für nachhaltigen Erfolg braucht es also neben einem starken Konzept auch immer Trainertypen, die einen neuen anderen Weg gehen, bei dem nicht nur das Ergebnis, sondern auch das Erlebnis zählt.
Quelle: Manfred Batz
Von amafuma Autor Manfred Batz sind die folgenden Bücher erschienen: „Training & Erfolg“, „Leadership im Leistungsfußball“ und „Jeder Tag ein Finale“.
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