SC Waldniel: Erfolgreiche Mischung aus Talent und Routine

Mit 25 Punkten und Tabellenplatz acht geht der SC Waldniel in die Winterpause der Kreisliga A. Nach einem umfassenden personellen Umbruch im Sommer zieht Trainer Klaus Ernst insgesamt ein positives Fazit. Viele junge Spieler sammelten erstmals konstant Erfahrungen im Seniorenbereich, die Mannschaft fand schnell zusammen und zeigte phasenweise, welches Potenzial in ihr steckt. Die Hinrunde war damit weniger von Ergebnissen als von Entwicklung geprägt.

So lief die Hinrunde Der SC Waldniel erwischte einen überraschend guten Start in die Saison. Nach einem intensiven Trainingslager und ordentlichen Testspielergebnissen fand sich die neu formierte Mannschaft schnell zurecht. Bis zum zehnten, elften Spieltag bewegte sich Waldniel mit nahezu zwei Punkten im Schnitt pro Partie in den oberen Tabellenregionen und rangierte zeitweise unter den Top fünf. Einen Knackpunkt stellte das Heimspiel gegen TuRa Brüggen II dar, als Waldniel eine Führung bis in die Schlussphase nicht nutzen konnte und in der Nachspielzeit noch mit 1:2 verlor. Es folgte ein schwieriger November mit mehreren Niederlagen, unter anderem gegen den VfB Uerdingen (2:5), FC Hellas Krefeld (1:3) und TSV Kaldenkirchen (3:5). Besonders schmerzhaft war dabei die Heimniederlage gegen Kaldenkirchen, als eine starke Leistung nach eigener Führung innerhalb kurzer Zeit komplett aus der Hand gegeben wurde.

Das war gut Unabhängig von den Ergebnissen hebt Klaus Ernst vor allem den Charakter seiner Mannschaft hervor. Der Kader ist sehr jung, zeigte aber von Beginn an eine bemerkenswerte Geschlossenheit. Die Trainingsbeteiligung war konstant hoch, zudem ist das Trainerteam für A-Liga-Verhältnisse außergewöhnlich breit aufgestellt und arbeitet eng zusammen. Auch das Umfeld stimmt: Vorstand, sportliche Leitung und Trainer ziehen an einem Strang, ohne zusätzlichen Druck aufzubauen. Spielerisch setzt Waldniel auf einen ansehnlichen, kombinationsorientierten Fußball und nutzt gezielt die Schnelligkeit auf den Außenbahnen.

Viele Akteure machten in kurzer Zeit spürbare Entwicklungsschritte. Ein wesentlicher Faktor für die positive Entwicklung der Mannschaft ist die erfolgreiche Einbindung junger Spieler aus dem eigenen Nachwuchs. Stellvertretend für insgesamt sechs A-Jugendliche steht der 19-jährige Michel Ditges, der sich in seiner Premierensaison im Seniorenbereich auf Anhieb einen Stammplatz in der Innenverteidigung erarbeitet hat. Ebenfalls eine zentrale Rolle spielt Tom Heggemann. Der Mittelfeldspieler hat sich bereits in seiner zweiten Seniorensaison dauerhaft auf der Sechserposition etabliert und zählt inzwischen zu den festen Größen im Team. Auch Maximilian Last konnte den nächsten Schritt erfolgreich vollziehen. Trotz eines mehrwöchigen verletzungsbedingten Ausfalls gelang dem ehemaligen Torschützenkönig der B-Liga (Saison 2024/25) der nahtlose Übergang in die A-Liga, wo er nach elf Spielen bereits elf Treffer erzielt hat. Neben den jungen Akteuren zeigen auch erfahrenere Spieler eine spürbare Entwicklung. So haben sich Alexander Stricker und Fabian Wick sportlich deutlich gesteigert. Die Verantwortlichen sehen darin eine Bestätigung der bisherigen Arbeit. In der Rückrunde soll sich dieser Fortschritt nicht nur in der Leistung, sondern auch deutlicher in der Tabellenplatzierung widerspiegeln.

Das muss besser werden Trotz der positiven Ansätze sieht der Trainer klare Verbesserungspunkte. Vor allem die Chancenverwertung und das Spielmanagement in Führung müssen konstanter werden. Mehrfach verpasste es Waldniel, Spiele frühzeitig zu entscheiden oder souverän über die Zeit zu bringen. Zudem fehlt der jungen Mannschaft in bestimmten Situationen noch die nötige Abgeklärtheit im Seniorenfußball, insbesondere in engen oder emotionalen Spielen. Hier zahlte das Team in der Hinrunde mehrfach Lehrgeld.

Wie geht es weiter? Der Trainingsstart ist für den 9. Januar angesetzt, bereits am 1. Februar beginnt die Rückrunde mit dem Heimspiel gegen den TSV Meerbusch III. Größere personelle Veränderungen sind nicht geplant, lediglich ein Neuzugang soll den Kader ergänzen. Das realistische Ziel bleibt ein Tabellenplatz zwischen fünf und neun. In der Rückrunde soll vor allem eines gelingen: die gesammelten Erfahrungen in mehr Konstanz und zusätzliche Punkte umzumünzen.

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