Foto: Heiko van der Velden
Hinter den Verantwortlichen des 1. FC Viersen lag eine Mammutaufgabe im Sommer. Nur ein Bruchteil der letztjährigen Mannschaft blieb dem Verein erhalten. Allerdings geschah dies auch bewusst. „Als ich im Dezember meine Zusage gegeben habe, war uns bewusst, was auf uns zukommt. Das war also nicht überraschend, was passiert ist. Wir haben uns bewusst für wenige Spieler entschieden, die wir behalten wollten. Wir wollten tatsächlich einen Neuaufbau machen“, sagt Trainer Graziano Ruggeri, der zuvor für die A-Junioren des ASV Süchteln verantwortlich war. Geblieben sind demnach nur Marvin Struckmann, Adnan Aoudou, Maximilian Wichelhaus und Torwart Manuel Tsigkourakos. Neben zwei Spieler aus der eigenen zweiten Mannschaft kamen gut 17 Spieler von externen Vereinen.
Dabei haben die Verantwortlichen sich mit über 60 Spielern über einen möglichen Wechsel unterhalten. „Spieler, die zwar die Qualität hatten, aber nicht andere Fähigkeiten besitzt haben, für die haben wir uns dann nicht entschieden. Wir wollten bewusst eine komplett neue Mannschaft stellen“, so Ruggeri weiter, der auch von einem Zwei-Jahres-Plan sprach.
„Das ganze geht nicht von heut auf morgen. Wir müssen das strukturiert aufbauen. Über die Hälfte der Mannschaft ist unter 22 Jahre. Wichtig ist für uns, dass wir eine Entwicklung sehen. Wir wollen weg von fertigen Spielern holen. Wir hätten natürlich auch 20 Spieler aus der Landes- oder Oberliga holen können und wären sofort wieder in die Landesliga aufgestiegen. Das ist dann nichts Langfristiges. Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, dass wir mit den Strukturen im Verein bodenständig werden und auch langfristig an was zu arbeiten“, begründet Viersens neuer Trainer.
Das Gerüst der Mannschaft bilden die routinierten Spieler DermanDisbudak, Mahmut Dost, Torwart Dominik Weigl, die allesamt über viel Routine und Einsätze in höheren Ligen verfügen. Denn die Hälfte der Mannschaft hat bis Saisonstart noch nie in der Bezirksliga gespielt. Hinzu kommt der regionalligaerfahrende Aleksandar Pranjes, der zu seiner Blütezeit u.a. für den 1. FC Saarbrücken, KFC Uerdingen und Bonner SC gespielt hat.
„Wenn man ein gesundes Fundament hat, was wir jetzt aufbauen, kann man ganz viel erreichen“, ist Ruggeri von dem neuen Weg des 1. FC Viersen überzeugt, der allerdings auch von einem katastrophalen Start spricht.
„Wir sind zusammengekommen und da konnte ich nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen, in welchem Zustand die Spieler von anderen Vereinen sind. Meine Ansprüche sind andere, die der Spieler. Das hat uns dann in der Vorbereitung zwei bis drei Wochen zurückgeworfen, bis wir auch die Baustelle Athletik auf Vordermann gebracht haben“, so Ruggeri. Daher sind auch die Resultate im Moment noch so, wie sie sind. Bisher warten die Viersener noch auf den ersten Punktgewinn in der Bezirksliga. Immerhin gab es zuletzt im Kreispokal einen 6:1-Erfolg bei RW Venn.
„Wir müssen weiter geduldig aufbauen, bis wir dann die Früchte ernten. Wir haben schon viel getan. Die Mannschaft ist von der ersten Woche nicht wiederzuerkennen. Es ist ja auch nicht so, dass die Spieler sich schon alle kennen und eingespielt sind. Das brauch halt alles seine Zeit“, sagt Ruggeri, der als Ziel Tabellenplatz sechs ausgesprochen hat. „Wir müssen schon ein Zeichen nach oben setzen. Es ist eine ausgeglichene Liga, mit vielen Derbys. Es ist keine Mannschaft, die vorneweg marschiert. Wir brauchen aber noch Geduld. Wenn wir dann da sind, klettern wir von hinten nach vorne. Wenn wir dann unten die ersten sechs Mannschaften sind, haben wir einen guten Job gemacht“, stellt Viersens Trainer klar.
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