Dirk "Pucky" Ostermann (re.) in seiner Zeit beim Rheydter SV. Foto: Tom Ostermann
Interview: Dirk "Pucky" Ostermann
Verfasst von Tom Ostermann
  Kreis 4 Mönchengladbach / Viersen
16.03.2020 18:00 Uhr

Wenn Dirk Ostermann sein heimisches Büro betritt lachen den 55-jähirgen Familienvater zahlreiche Erinnerungen aus dem hiesigen Amateurfußball , in dem er seit fast 30 Jahre heimisch ist, an.

Dirk Ostermann, den die meisten schlichtweg unter seinem Spitznamen „Pucky“ kennen, ist gelernter Physiotherapeut und hatte so in den vergangenen drei Jahrzehnten, in denen er unter anderem für den 1. FC Viersen, den Rheydter Spielverein und Odenkirchen 05/07 bis 2015 aktiv war, vieles im hiesigen Amateurfußball erlebt und kann so manche Geschichte erzählen. Wir haben ihn getroffen und mit ihm über die Entwicklung des Amateurfußballs in der Gesellschaft, aber auch über Höhen und Tiefen seiner eigenen (fußballerischen) Laufbahn gesprochen.

Wie ist es eigentlich zu dem Spitznamen Pucky gekommen?

Das ist eigentlich eine ganz witzige Geschichte: Ich war auf dem Weg zum Training beim 1.FC Viersen und trug eine Sonnenbrille mit runden Gläsern, als einer Spieler, Andre Theißen, zu mir meinte „Du siehst aus wie Puc, die Stubenfliege“. So war mein Spitzname geboren. Ehrlich gesagt kennen mich die Meisten auch vornehmlich unter meinem Spitznamen, das hat ein ums andere Mal schon zu lustigen Situationen geführt.

Was hat dich dazu bewogen als Physiotherapeut im Fußball zu arbeiten?

Der im letzten Jahr verstorbene, langjährige Physiotherapeut von Borussia Mönchengladbach, Charly Stock, hat mit seiner Arbeit großen Anteil an meinem Berufswunsch gehabt. Als ich mir dann das Kreuzband riss, und meine aktive Zeit damit beendet war, war es naheliegend mich als Physiotherapeut im Amateurfußball zu engagieren.

Wie bist du damals an deinen Job beim 1. FC Viersen gekommen?

Eigentlich durch Zufall. Ich habe damals in der Physiotherapiepraxis Mazari in Viersen nebenbei gearbeitet. Einer meiner Patienten war Klaus Flessers, so ist damals der Kontakt und auch der Job zu stande gekommen

Wie war die Umstellung von der Arbeit im Krankenhaus zu der am und auf dem Spielfeld

Da gab es nie wirklich eine große Umstellung. Es war eher eine tolle Sache, denn ich konnte meinen Traumberuf und mein größtes Hobby miteinander verknüpfen- alles in allem eine wirklich tolle und runde Sache

Wer war der beste bzw. prägendste Trainer, mit dem du gearbeitet hast?

Im Laufe meiner Laufbahn habe ich wirklich viele Trainer kennenlernen dürfen. Aber der, der mich und meine Arbeit am meisten geprägt hat, ist Peter Schleuter. Es war immer eine Freude mit jemandem , der so viel Fachwissen und Sachverstand rund um den Fußball hat, zusammenarbeiten zu dürfen. Auch seine Art eine Mannschaft zu führen und zusammenzuhalten ist einfach einzigartig- kurzum einfach ein richtig guter Trainer

Wenn es ein Zitat gäbe, welches dir aus den 30 Jahren im Kopf geblieben ist, welches wäre es?

Oh Gott, da gab es so einige ! (lacht) [Anm. d. Red.] Aber mir sind tatsächlich zwei Zitate in guter Erinnerung geblieben und zwar : „Herr Schiedsrichter frau“, Selami Kir sagte das einmal zu einer Schiedsrichterin, wusste aber nicht wie er sie ansprechen sollte. Ob es damals eine Karte dafür gab, kann ich nicht sagen… das ist bestimmt 15 Jahre her. Das andere ist mir auch wegen der Situation gut im Gedächtnis geblieben, es war in meiner Zeit beim 1. FC Viersen. Ein Spieler bekam in einem Spiel einen Schlag auf die Nase, bekam dann keine Luft mehr durch die Nase, als er sich beim Trainer (Klaus Flessers) beschwerte, meinte dieser nur : „Dann hol doch gefälligst durch den Hintern Luft du Bewegungslegasteniker“

Was war der schönste Moment deiner Laufbahn?

Es gab eigentlich viele schöne Momente, einen davon rauszupicken ist wirklich nicht einfach. Wirklich schön war zum einen die Siegerehrung beim Hallenmasters 2001 mit dem 1. FC Viersen, da hatte ich meinem damals drei-jährigen Sohn auf dem Arm. Das Siegerfoto aus der Zeitung hatte ich lange Jahre im Treppenaufgang meines Hauses hängen. Zum anderen ist aber auch sicherlich der Aufstieg in die Landesliga mit Odenkrichen 2013 zu nennen. Wir hatten eine echt starke Truppe mit Spielern, wie Kevin Afari und Thorben Schmitt. In dem Jahr haben wir nur einmal verloren und sind als souveräner Tabellenführer völlig verdient aufgestiegen.

Was war der schlimmste Moment deiner Laufbahn?

Das waren zweifelsohne die beiden Abstiege mit dem 1. FC Viersen und dem Rheydter Spielverein, jeweils aus der damaligen Verbandsliga (heute Oberliga Niederrhein) [Anm. d. Red.], das war schon echt schmerzhaft und da wurde auch die ein oder andere Träne vergossen

Wenn du deine Top-Elf der Amateurfußballer, die du betreut hast aufstellen könntest, wer wäre darin?

Das ist eine wirklich gute Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist, ich habe in meiner Zeit wirklich viele gute Fußballer kennen gelernt, die alle auf ihre Weise besonders waren. Aber ich glaube, wenn ich mich entscheiden müsste würde das Team wie folgt aussehen:

Michael Stockschläger

Thomas. Röllen, Ingo Goebbels, Jos Haellermans, Björn Line v.d.Bergh

Ferrent Schmidt, Christoph. Kempers, Sascha Wilms (heute Jamal Chamekh), Christian Müller

Olaf Weber, Andre Theissen

Was hat sich deiner Meinung nach im Amateurfußball am meisten geändert in den vergangenen 30 Jahren?

Der generelle Umgang miteinander hat sich sehr verändert. Der Respekt der jungen Spieler vor dem Alter hat sehr nachgelassen, was wirklich schade ist, denn Respekt, vor Allem untereinander ist in einem Mannschaftssport unerlässlich. Meiner Meinung nach geht es auch im Amateurfußball um zuviel Geld   ( Aufwandsentschädigung , Punktprämien usw. ) Der Gemeinschaftssinn geht dadurch verloren, weil es nur noch darum geht möglichst viel zu verdienen

Wenn du heute nochmal vor der Entscheidung stündest, im Fußball als Physiotherapeut zu arbeiten, würdest du es nochmal machen?

Auf jeden Fall! Ich habe im Fußball viele tolle Menschen getroffen und viele Höhen, aber auch Tiefen erlebt, es war einfach eine geile Zeit.

Vielen Dank für das Gespräch !

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